Tipps für Krakau

Anreisen: Lufthansa fliegt im Codeshare mit der polnischen Fluggesellschaft LOT von München oder Frankfurt direkt nach Krakau, airberlin ab Berlin, Germanwings ab Stuttgart und Köln. Termine und Preise im Reisebüro oder auch im Internet, z.B. unter http://www.polen-digital.de/fluege/krakau/
Übernachten: In Krakau gibt es jede Art von Unterkunft von Hostels für den kleinen Geldbeutel bis zur Luxusherberge. Das Sheraton Krakau liegt nahe Wawel und Weichsel, zur Innenstadt sind es 15 Gehminuten. Sonderpreis für zwei Nächte im Klassik-Zweibettzimmer 170 Euro, allerdings ohne Frühstück. Aktuelle Preise unter www.starwoodhotels.com/sheraton/ Gleich um die Ecke vermietet die Cafe-Galerie Indalo Zimmer. Das DZ kostet mit Frühstück in der Hochsaison 50 Euro: www.krakowpkoje.pl  Vor allem im alten jüdischen Viertel Kazimierz gibt es jede Menge kleiner Hotels und Pensionen mit günstigen Angeboten etwa das Klezmer Hois direkt am alten Platz, DZ mit Gemeinschaftsbad inkl. Frühstück für zwei Nächte ab 90 Euro: www.klezmer.pl

Essen & Trinken: Sowohl rund um den Rynek in der Altstadt als auch
in Kazimierz reiht sich ein Restaurant an die nächste Kneipe. Da fällt
es schwer, einige herauszugreifen. Originell und günstig, aber schwer zu
finden ist das Kellerlokal „Bei Oma Malina“ in der Slawskowska 17
(Kellergewölbe der Polnischen Akademie). Hier gibt’s pierogi satt zu
Taschengeldpreisen. Da stört es auch nicht, dass statt der Oma junge
Männer in der Küche stehen: www.kuchniaubabcimaliny.pl
Jüdisches Essen kommt im Arka Noego, der Arche Noah in der ul. Szeroka
in Kazimierz auf den Tisch, günstig und zu bestimmten Terminen mit
Klezmer-Begleitung: www.arka-noego.pl/
Im Restaurant Ariel, ul. Szeroka 18, kann man nicht nur jüdische
Spezialitäten in schöner Atmosphäre – auch draußen – essen, sondern auch
übernachten und in einer kleinen Galerie auch einkaufen:www.ariel-krakow.pl 
Polnisches Essen auf die raffinierte Art wird im Restaurant Wesele am
Rynek
in gemütlicher, eher rustikaler Atmosphäre serviert. Die Preise in
dem vom Michelin empfohlenen Lokal sind durchaus moderat:
www.weselerestauracja.pl
In schöner, traditioneller Atmosphäre isst man im Restaurant „Pod
Aniolami
“ in der Ul Grodzka 35 (Unter den Engeln). Spezialität
mariniertes, gegrilltes Fleisch. Die Preise sind günstig, der Service
könnte allerdings besser sein: www.podaniolami.pl
Feine polnisch interpretierte Gerichte in wunderschönen gotischen
Gewölben zu angemessenen Preisen gibt es im Restaurant Szara am Rynek:
www.szara.pl
Bezahlen: In Polen wird mit Zloty bezahlt. Derzeit (Stand Juli 2011)
bekommt man für einen Euro vier Zloty. Die großen Hotels und auch die
Geschäfts und Restaurants akzeptieren auch Kreditkarten, teilweise sogar
Euro.
Anschauen: Krakau gilt als eine der schönsten Städte Polens. Die
Altstadt ist Unesco-Weltkulturerbe, im Jahr 2000 war Krakau als erste
polnische Stadt Kulturhauptstadt. Mit mehr als 5000 historische Bauten
und Kulturdenkmäler sind Besucher in Krakau eher überfordert. Einiges
aber sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen:
Rynek: Das Herz der Stadt ist seit 1257 der Rynek Główny, der große
Marktplatz der Altstadt. Mit 200 auf 200 Meter ist er  der größte in
Europa, für viele auch der schönste. Mit der Leichtigkeit und Farbigkeit
der Bauten und der Allgegenwärtigkeit der Tauben erinnert er an den
Markusplatz in Venedig. Der Rynek ist von Straßencafés und Restaurants
umsäumt, Pferdekutschen stehen bereit, Straßenmusikanten spielen auf,
Gaukler, Trachtengruppen, Breakdancer buhlen um die Gunst der Touristen
und in den Tuchhallen, einem zweigeschossigen Bau aus der Renaissance,
mitten auf dem Marktplatz reiht sich ein Souvenirstand an den anderen.
Hier lässt sich wunderbar die Zeit verträumen. Wer mag, kann sich auch
die Häuser einzeln anschauen, die alle eine Geschichte zu erzählen
haben.
Marienkirche: Auffallendes Merkmal der Marienkirche am Rynek sind die
zwei ungleichen Türme. Auf dem höheren, seit dem Mittelalter als
Wachtturm genutzt, hat früher ein Trompeter Alarm geblasen, wenn der
Feind anrückte. Noch heute ertönt vom Turm jede volle Stunde die
berühmte Trompetenmelodie Hejnał. Sie bricht jedesmal abrupt ab und soll
an einen kühnen Wächter erinnern, der von einem Pfeil durchbohrt wurde,
als er die Stadt vor dem Überfall der Tataren warnte. Begonnen wurde
der Bau der gotischen Kirche im 14. Jahrhundert. Unbedingt sehenswert
ist der gigantische Veit-Stoss-Altar aus Lindenholz mit Szenen aus dem
Leben der Muttergottes. Tipp: Jeden Mittag um 11.50 Uhr werden die
Flügel des Altars in einer kleinen Zeremonie geöffnet. Täglich um 18 Uhr
(außer samstags) werden sie geschlossen. Wer den Altar von der Nähe
sehen will, zahlt zwei Euro Eintritt. Es gibt aber auch einen Eingang
„nur für Betende“ am anderen Ende der Kirche.
Unterirdischer Marktplatz, Rynek: Eine Art Zeitkapsel erleben Besucher
des unterirdischen Marktplatzes, Zugang von den Tuchhallen. Mittels
Hologrammen und 3-D-Animationen aber auch von ausgegrabenen Mauern und
Alltagsgegenständen werden sie in dem 2010 eröffneten Museum ins
Mittelalter versetzt. Weil der Andrang groß ist, werden die Tickets
kontingentiert. Der Eintritt kostet 14 Zloty (etwa 3.50 Euro):
http://www.podziemiarynku.com
Haus der Hipoliten: Das großbürgerliche Haus nahe der Marienkirche (pl
Mariacki 3) veranschaulicht in liebevoll eingerichteten Räumen den
Alltag einer reichen Krakauer Kaufmannsfamilie in der Biedermeierzeit.
Der Eintritt kostet sieben Zloty, knapp zwei Euro:
www.museums.krakow.travel/de/museen
Florianstor: Die ul. Floriańska, eine der schönsten Straßen der
Altstadt, führt vom Marktplatz zum Florianstor, dem einzigen noch
erhaltenen Stadttor Krakaus. An den Resten der ehemaligen Stadtmauer
stellen Künstler mit ihren Bilder zur Schau. Dahinter befindet sich die
Barbakane, ein gotischer Wehrturm.
Universität: In der ul. Jagiellońska 15 steht das älteste Gebäude der
1346 gegründeten Krakauer Universität, das Collegium Maius. Die
Backsteingebäude wurden Ende des 15. Jh. um einen schönen Arkadenhof
angelegt. Wo ehemals die Studiensäle und Professorenräume waren, ist
heute ein Universitätsmuseum. Die prachtvolle Aula wird für
Festveranstaltungen genutzt.
Wawel: Auffallend an dem Schloss im Stil eines italienischen Palazzo ist
der fünfeckige Innenhof mit den dreistöckigen Arkadengängen. Zu
besichtigen sind die Repräsentationsräume, der Kronschatz, die
Rüstkammer, eine Sammlung orientalischer Kunst und eine berühmte
Sammlung flandrischer Wandteppiche. Die Ausstellung über den
„verschollenen Wawel“ führt in den Untergrund, wo die ältesten Überreste
des Baus aus dem zehnten Jahrhundert, darunter eine Rotunde, zu sehen
sind. In der Krypta liegen Polens Herrscher und Helden. Hier befindet
sich auch die Särge des bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Präsidenten Lech Kaszynski und seiner
Frau.
Die Wawelkathedrale aus dem 14. Jahrhundert beherbergt den silbernen
Sarkophag des  Heiligen Stanisław, Bischof und Schutzpatron Polens. In
der Kirche wurden bis ins 18. Jahrhundert die polnischen Könige gekrönt.
Die Sigismundkapelle aus der Renaissance ist mit einer goldenen Kuppel
gekrönt. Die mächtige Glocke „Zygmunt“ im Sigismundturm ertönt seit 1520
an kirchlichen und nationalen Feiertagen. Im Museum der Kathedrale
werden Erinnerungsstücke an Karol Wojtyła ausgestellt, der vor seiner
Ernennung zum Papst Johannes Paul II. lange Jahre als Bischof und
Kardinal in Krakau gewirkt hat. Der Eintritt kostet 4,50 Euro. Am Montag
(April bis Oktober) ist der Eintritt frei: www.wawel.krakow.pl
Kazimierz: Das alte jüdische Viertel, benannt nach seinem Gründer, König
Kazimierz Wielki, ist mit seinen vielen Kneipen, Cafés, Galerien und
Restaurants rund um den pl.Nowy ein beliebtes Ausgehviertel vor allem
der Studenten. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten hier rund 70 000
jüdische Einwohner. Seit Steven Spielberg u.a. in Kazimierz seinen Film
Schindlers Liste“ drehte, ist das Interesse an jüdischer Kultur stark
gewachsen. Bis heute sind Spuren jüdischen Lebens sichtbar. Es gibt
sieben Synagogen, manche Häuser tragen noch jüdische Inschriften, einige
Restaurants bieten auch koschere Speisen an, abends erklingt
Klezmer-Musik.
Die Alte Synagoge aus dem 15. Jh. Beherbergt das
Städtische Museum für jüdische Geschichte und Kultur. Jüdische
Kultgegenstände sind dort ebenso zu sehen wie Dokumente zur Situation
der jüdischen Bevölkerungen während der deutschen Besatzung. Eintritt
knapp zwei Euro (7 Zloty): www.
www.jewishkrakow.net/de/see/old-synagogue
Sehenswert ist auch der alte
jüdische Friedhof mit Grabsteinen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert hinter der Remuh-Synagoge in der ul. Szeroka 40. Die Synagoge aus dem  
16. Jahrhundert wird noch regelmäßig von der Jüdischen
Gemeinde genutzt. Der
Eintrittspreis von fünf Zloty, ca ein Euro, wird für die Renovierung der Synagoge genutzt:
www.jewishkrakow.net/de/see/remuh-synagogue/
Schindler-Fabrik: Oskar Schindler betrieb seine Emaillefabrik im
Krakauer Stadtteil Podgórze. In der Fabrik Emaila in der ul. Lipowa 4
beschäftigte Schindler während des Krieges Hunderte Juden, die er vor
dem Tod bewahrte. Die Gedenktafel am Eingang  trägt den Talmud-Spruch
„Wer auch nur ein einziges Leben rettet, der rettet die ganze Welt“. Die
beeindruckende interaktive Ausstellung in der sanierten Fabrik macht
das Leben in Krakau zur Zeit des Zweiten Weltkriegs gegenwärtig und
lässt auch die bedrückende Enge im ehemaligen Getto erahnen. Schindler
selbst sind darin nur zwei Räume gewidmet. Der Eintritt kostet 15 Euro
(knapp vier Euro) am Montag, außer dem ersten im Monat, ist der Eintritt
frei: www.mhk.pl/oddzialy/fabryka_schindlera
Auch das neue Museum für moderne Kunst (MOCAK) befindet sich auf dem
Gelände. Vom einstigen jüdischen Getto rund um den Plac Bohaterów Getta
ist nur wenig geblieben. Nur die ehemalige Gettoapotheke ist noch
erhalten und ein Rest der alten Gettomauer am Ende der ul. Lwowska.
Wieliczka: Wo gibt es schon einen Johannes Paul II. oder einen Goethe
aus Salz? In dem mehr als 700 Jahre alten Salzbergwerk , seit 1978 
Welterbe der UNESCO, führt ein Rundgang tief unter der Erde nicht nur in
die Geschichte des Salzabbaus, sondern auch in Kammern und Kapellen mit
Szenen aus der Bibel in Salzreliefs, mit Kronleuchtern aus
Salzkristallen, Salzseen und eben auch Skulpturen aus Salz. Auf der
unterirdischen Touristenroute können 22 der schönsten Kammern auf einer
Strecke von 3,5 Kilometern besichtigt werden, darunter auch die
gigantische, zwölf Meter hohe Kapelle der Hl. Kunigunde. Es gibt eine
Weimar-Kammer, weil Goethe schon hier war. Und Papst Johannes Paul II.
feierte während der Nazi-Besatzung in Wieliczka seine Primiz. Heute wird
im unterirdischen Salzreich auch gegessen und getanzt, es gibt sogar
ein Sanatorium. Der Eintritt kostet mit (obligatorischer) Führung in
Englisch 68 Zloty, etwa 17 Euro: www.kopalnia.pl
Informieren: Polnisches Fremdenverkehrsamt, 10709 Berlin, Kurfürstendamm 71, Tel. 030/21 00 92 0, www.polen.travel

Ein Kommentare
  • Markus
    März 7, 2017

    Hallo,

    danke sehtr für diese Infos. Bisher habe ich nur Warschau, Danzig und Swinemünde besucht. Sicher möchte ich jetzt auch Krakau! 🙂

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