Geschwisterkinder: Christopher Kloebles „Meistens alles sehr schnell“

„Es ist doch meistens alles sehr schnell vorbei. Eine Liebe. Unser Leben. Einfach alles ! Es bleibt kaum Zeit. Wer das nicht begreift, wird sich in Hoffnungen und Erinnerungen verlieren und sterben, ohne je gelebt zu haben.“
Normalerweise sind Väter für ihre Kinder da. Bei Albert ist es umgekehrt. Seit er denken kann, kümmert er sich um Fred, den er nie Papa nennt, obwohl er das wohl ist.  

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Breslau: Die Spur der Zwerge

Breslau, polnisch Wroclaw, ist einer der Austragungsorte der Fußball-EM. Wer im Juni in die Stadt fährt, um guten Fußball zu sehen, sollte nicht nur ins brandneue Stadion gehen. Die Stadt mit ihrer Vielzahl an Architekturstilen hat einen ganz besonderen Charme, der sich oft erst auf den zweiten Blick erschließt – oder auch beim Blick in versteckte Ecken und Winkel.

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Jagdszenen im Ländle: Lukas Hartmanns „Räuberleben“

Lukas Hartmann kann das: Geschichte so erzählen, dass sie uns die Gegenwart in anderem Licht sehen lässt. „Räuberleben“ heißt sein neuer Roman über einen Zigeunerhauptmann, genannt Hannikel, der Ende des 18. Jahrhunderts mit seiner Sippe raubend und mordend durch den Schwarzwald und die Schweiz gezogen ist und schließlich von der Obrigkeit zur Strecke gebracht wurde. 

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Aufruhr in München: Georg M. Oswalds „Unter Feinden“

Dies ist ein Kriminalroman, der ganz anders tickt. Von Anfang an wissen die Leser Bescheid. Sie wissen damit mehr als der Polizeipräsident und auch mehr als die kluge türkische Staatsanwältin mit dem schicken Kopftuch, die in diesem Fall ermittelt. Der Fall: Ein junger Türke, von den Polizisten abschätzig „Arab“ genannt, wurde angefahren und schwer verletzt. Von Bullen in Zivil munkelt die Szene und macht mobil. Beweise gibt es keine.

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Lebenslust und Lebensfrust Verena Carls „Wer reinkommt, ist drin“

Es ist die Zeit nach der Wende. Alles scheint möglich, das Leben ein großes Versprechen. Verena Carl, 1969 in Freiburg geboren, fängt in ihrem neuen Roman „Wer reinkommt, ist drin“ das Lebensgefühl der 90er Jahre in einem verheißungsvollen München ein. Jo ist drin und Uli aus der Pfalz kommt eigentlich nie so richtig rein. 

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Im musikalischen Tal: Hochfügen – Pisten, Pionieren und viel Sangesfreude

Foto: Nina Winkler
Es schneit, als wolle der Himmel den ganzen Schnee dieses Winters auf einmal über dem Zillertal ausschütten. Meterhoch liegt die weiße Pracht. Häuser und Autos tragen fluffige Schneemützen, und der Schneepflug muss ganze Arbeit leisten, um die Panoramastraße von Fügen zum Skigebiet in Hochfügen befahrbar zu machen. Denn dahin wollen die Skifahrer und Snowboarder und wir mit ihnen. Hinauf auf 2500 Meter Höhe, wo die die Hänge weit sind, die Pisten abwechslungsreich und der Schnee leicht wie Puderzucker. Dahin, wo die Lifte surren und der Blick weit über die weißen Gipfel des Zillertals schweift. 

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Gemeinsam statt einsam: Die Idee der Collaborative Consumption

Früher, da war alles anders. Oder doch nicht? In der Zeit des Wiederaufbaus war das Geld knapp aber die Lust am Reisen schon da. So reiste man eben zu Verwandten und Bekannten. Die bezogen die Ausziehcouch oder pumpten die Luftmatratze für die Gäste auf. Das alles kommt wieder. Nur, dass jetzt Fremde auf der Couch liegen oder auf der Luftmatratze, dass Unbekannte morgens beim Frühstück mit am Küchentisch oder im Speisezimmer sitzen.Das Internet macht’s möglich. Couchsurfing ist im Trend, nicht nur bei jungen Leuten. Airbnb ist längst über die Luftmatratze hinaus gewachsen und bietet nicht nur Privatzimmer, sondern ganze Wohnungen. Das tut auch Wimdu – mit wachsendem Erfolg. Und neben diesem Trend zum Urlaub bei und mit anderen tut sich auch sonst so einiges in Richtung gemeinschaftlich erleben, wie die Touristische Runde in München zeigte. 

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