Merapi-Ausbruch: Borobodur wieder ohne Asche

Wochenlang bangten die Archäologen um die Weltkulturerbestätte Borobodur. Der Ausbruch des Merapi auf der indonesischen Hauptinsel Java hatte nicht nur Dörfer bedroht – und über 100 Tote gefordert – er hatte auch die steinernen Zeugen einer großen Vergangenheit in der Tempelanlage von Borobudur unter dem Ascheregen verschwinden lassen. Jetzt hat das Tourismusministerium die Gegend um Yogyakarta wieder für den Tourismus frei gegeben. Der Direktor der United Nations World Tourism Organisation (UNWTO), Marcio Favilla, bestätigte vor Ort, dass die touristische Infrastruktur intakt sei und auch in der Luft keine Asche mehr wahrgenommen werden könne. Er war gerade erst zur Welt-Konferenz über Kultur, Erziehung und Wissenschaft in Yokyakarta.
Der Borodbodur, im achten und neunten Jahrhundert erbaut und 1991 zum Weltkulturerbe erklärt, liegt etwa 40 Kilometer nordwestlich von Yokyakarta und ist die Hauptsehenswürdigkeit auf Java. Lange Zeit war die gigantische, neun Stockwerke hohe Stupa unter vulkanischer Asche und Gebüsch begraben. Erst 1814 wurde sie durch Thomas Stamford Raffles wieder entdeckt, und nach umfangreichen Restaurierungen in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die buddhistische Tempelpyramide zum Tourismusmagneten. Wie ein steinernes Bilderbuch erzählen die den Bau umgürtenden Reliefs Szenen aus dem Leben Buddhas und aus dem Alltag Javas im neunten Jahrhundert.
Ebenso wieder zugänglich ist auch Prambanan, die größte hinduistische Tempelanlage Indonesiens aus dem neunten Jahrhundert, rund 20 Kilometer von Yokyakarta entfernt und wie Borobodur seit 1991 Unesco Weltkulturerbe. Erst 2006 war die Anlage bei einem Erdbeben schwer beschädigt worden, der Wiederaufbau ist bis heute nicht abgeschlossen. 

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