Winter ist: Österreich

Der Winter war schon da, die Tannen im Tal weiß verschneit wie im Weihnachtswunderland und viele Skigebiete verkündeten auf Plakaten, dass sie wegen des frühen Wintereinbruchs schon Anfang November öffnen würden. Ein perfekter Zeitpunkt also für die Tagung des Netzwerks Winter im TauernSpa in Kaprun. Schließlich geht es den in dieser Allianz zusammengeschlossenen Interessenvertretern um die Zukunft des Winters.

Österreich sieht sich als Wintersportnation Nummer 1

Und die sieht rosig aus, wenn man den Referenten glauben will. Allen voran Petra Nocker-Schwarzenbach. Für die Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Österreichischen Wirtschaftskammer bleibt Skifahren die „absolute Nummer 1 im Wintersport“ und Österreich die Wintersportnation Nummer 1 in Europa – und das nicht ohne Grund, denn: „Wir haben die besten Pisten, die besten Skilehrer und die besten Gastgeber“. Das Selbstbewusstsein der Obfrau stärkten auch die Zahlen, die Salzburgs Seilbahnchef Ferdinand Eder mitgebracht hatte. Über 52 Millionen Ersteintritte konnten die österreichischen Seilbahnen im vorigen, nicht ganz einfachen Winter verzeichnen – obwohl 2015 der heiß ersehnte Schnee auf sich warten ließ. Auch Eder ist sicher, dass die österreichischen Skigebiete „in der obersten Liga“ mitspielen.

Skifahren muss für junge Leute wieder „cool“ werden

Doch er will noch weiteres skifahrerisches Potenzial heben. Denn nach einer Studie, die von den Seilbahnverbänden in Österreich, Deutschland und der Schweiz in Auftrag gegeben wurde, sind im D-A-CH-Raum zwar 19,4 Millionen Menschen aktive Wintersportler, aber weitere 11,6 Millionen könnten sich vorstellen, mit dem Skifahren zu beginnen. Da seien „Einstiegsreize“ gefragt, meinte Eder und nannte Funparks, Playgrounds und Slopes, die vor allem ein jüngeres Publikum ansprächen. Immerhin habe die Seilbahnindustrie über 700 Millionen investiert, um die Skigebiete attraktiver zu machen. Schließlich zählten Pistenqualität, Schneesicherheit und Größe des Skigebiets zu den wichtigsten Kriterien, nach denen Touristen ihren Winterurlaub planten.
Vor allem für die Jugend müsse der Wintersport so inszeniert werden, dass er als „must have“ empfunden werde wie etwa das Smartphone, wünschte sich Franz Schenner, Gründer und Motor des mittlerweile zehn Jahre alten Netzwerks Winter. Da sei die Skiindustrie ebenso gefragt wie die Skischulen. Denn als Tourismusdestination sei Österreich auf den Wintersport angewiesen: „Das Teuerste wären leere Betten, sinkende Investitionen und Steuern durch Umsatzeinbrüche und Arbeitslosigkeit in den vom Wintersport abhängigen Gebirgsregionen.“

Der Landeshauptmann sieht den Winter als „Gesamtkunstwerk“

„Aktiver Wintertourismus ist für uns eine Überlebensfrage,“ sekundierte Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, für den der Winter auch ein „Gesamtkunstwerk“ ist – auch weil die Seilbahnbetreiber den technischen Standard vorgäben. Der Politiker lobte die Unterstützung der großen Skigebiete durch einen Fonds für die kleineren. Denn die seien „Nahversorger für den Nachwuchs, der später Kunde der größeren Skigebiete werden wird“. Als wichtigen Mitspieler im Winter sieht Haslauer aber auch die Bauern: „Ohne Landwirtschaft gibt es keinen Wintertourismus. Wir brauchen die Authentizität des bäuerlichen Lebens in den Orten.“

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Noch nicht so ganz der Stil, den sich der Skilehrer wünscht: Meine ersten Schwünge im Schnee auf dem Kitzsteinhorn. Danke an Jupp Suttner für das Foto!

Wie sich der Winter in Österreich anfühlt, konnte die Teilnehmer des Netzwerk-Events auf dem Kitzsteinhorn testen – mit aktuellen Ski-Modellen und unter Anleitung erfahrener Skilehrer, die vorführten, wie auch weniger aktive Wintersportler ohne große Anstrengung „schön Skifahren“ lernen können.

Infos im Netz
www.netzwerk-winter.at 
www.wko.at/
www.salzburgerland.com 
www.kitzsteinhorn.at 

 

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