Kochen im Paradies: Klaus Kallweit

Er ist rotblond wie ein Ire, hat braune Augen und wirkt immer ein bisschen schüchtern. Dabei hat Klaus Kallweit das nun wirklich nicht nötig. Denn der 38-Jährige, der als Sohn eines MAN-Angestellten in Augsburg geboren wurde, hat es weit gebracht. Mit seiner südafrikanischen Frau und der zweijährigen Tochter lebt und arbeitet er „im Paradies“, auf der indonesischen Insel Bali, der „Insel der Götter“.

Dass er einmal Koch werden wollte, wusste Klaus Kallweit schon als
kleiner Knirps in Augsburg. Die Eltern fanden’s gut, erinnert er sich
und lacht. „Die haben wohl erwartet, dass ich ein Wirtshaus aufmach‘,
aber nicht dass ich einmal Chefkoch in einem Fünfsternehotel auf Bali
sein würde.“ Zumal der kleine Klaus in der Schule ein Problem mit
Englisch hatte – „mein erster Fünfer“. Als Koch brauche er doch die
Sprache gar nicht, meinten die Eltern und wollten den Lehrer überreden,
ihrem Sohn den Englisch-Unterricht zu ersparen. Der reagierte ablehnend.
Wer weiß, wozu es gut ist, meinte er – und Klaus Kallweit ist ihm bis
heute dankbar.
Schon das Praktikum bestärkte ihn in der Meinung, dass die Sprache
wichtig werden könnte. Er machte ganz bodenständig seine Ausbildung in
einem ländlichen Familienbetrieb, mit dessen Küchenchef er bis heute
befreundet ist. Dann trat er seine erste Stelle als Jungkoch bei
Steigenberger in Bad Reichenhall an und mit 23 Jahren ging er nach
Hamburg. Von da ging’s nach London und weiter in die Welt. Klaus
Kallweit kochte in den großen Häusern – im Landmark in London, bei Hyatt
in Australien, wo er 2001 Manager des Jahres wurde und die Gelassenheit
lernte, die ihn auch im größten Stress nicht verlässt und die sein Team
so an ihm schätzt. Weiter ging’s ins Jumeirah Beach Hotel in Dubai, wo
an der Rezeption eine bildschöne Südafrikanerin saß, die nur englisch
sprach. Sie wurde seine Frau. 2006 haben sie auf Bali geheiratet. „Nur
wir zwei, die Trauzeugen und der Pfarrer.“
Das Englisch funktioniert also inzwischen. „Womit ich Probleme hab‘, ist
das Deutsche“, sagt der deutsche Koch und lächelt entschuldigend. Mit
dem zweijährigen Töchterchen spricht er bayerisch. Das kann er noch
immer. Aber mit der deutschen Grammatik steht er auf Kriegsfuß. So sehr,
dass er auch mit Landsleuten lieber auf Englisch parliert.
In Bali fühlt sich die junge Familie wohl. Für den Hoteldirektor im Four Seasons Resort Bali at Jimbaran Bay, der
seine Ausbildung in der Fachhochschule München machte, ist Klaus
Kallweit
der „Cheffie“. Unverzichtbar. „Wir ham a guats Leben hier“,
sagt der gebürtige Augsburger dankbar. Und dass es schwer sei, den Job
eines Chefkochs im Four Seasons zu toppen. „Wir sitzen hier im Paradies.
Aber wir wissen auch, dass es nicht für immer ist.“ Beruflich müsse es
irgendwann weitergehen, meint er. An ein kleines, feines Gästehaus in
Südafrika, in der Heimat seiner Frau, hat er schon gedacht. Aber da
fürchtet er um die Sicherheit seiner kleinen Tochter. Und so rückt
Deutschland wieder in sein Blickfeld, obwohl er eigentlich nie in die
Heimat zurückkehren wollte – außer zu Familienbesuchen. „Aber jetzt mit
der Kleinen ist alles anders.“ Und eines weiß er auch: „Ich wäre mit
Sicherheit nicht wo ich bin, wenn ich nicht Deutscher wäre.“ 

Zu Hause isst der Meisterkoch am liebsten die Rindsrouladen seiner Mama oder auch ein einfaches Leberwurstbrot. In Bali ist sein Lieblingsgericht

SOTO AYAM ( Indonesische Hühnersuppe )

Soto Ayam Basic — 6 portions

30     dl    Öl
20     gr.    Knoblauch, gehackt
20     gr.     Kemirinuss, eine ölige Nuss (Candlenut)
10     gr.    Kurkuma, gehackt
6       gr.    Ingwer, gehackt
1       EL    Limonenblatt
1       EL    Zitronengrass, zerdrückt
10     gr.    Paste von rotem Chilli
1.5    ltr.    Hühnerbrühe

Zubereitung:
*    Öl erhitzen. Knoblauch anschwitzen, bis er Farbe annimmt, etwa zwei Minuten..
*    Keminirnuss, Kurkuma und Ingwer zugeben, weitere zwei Minuten braten.
*    Die anderen Zutaten zugeben. Aufkochen. Mindestens 20 Minuten simmern.
*    Vom Herd nehmen und fünf Minuten stehen lassen. In den Mixer geben und zu einer Paste verarbeiten. .
*    Abseien und zur Seite stellen oder im Kühlschrank aufbewahren.

1.5     lt.    Soto ayam Grundsuppe (R)
120    gr.    Blanchierte Vermicelli
100    gr.    Gesäuberte Bohnensprossen
100    gr.    Klein geschnittener Weißkohl
210    gr.    Poschiertes Hühnerfleisch zerkleinert
100    gr.    Gebratene Schalotten
100    gr.    Gebratener Knoblauch
30     dl  Limettensaft 
60     gr.    Kartoffelchip
60     gr.    Shrimp Crackers
40     gr.    Sellerieblätter gehackt
40     gr.    Schnittlauch, klein geschnitten

Zubereitung:
*    Die Grundsuppe erhitzen

*    In einer Schüssel Vermicelli, Bohnensprossen, Weißkohl, Hühnerfleisch, gebratene Zwiebeln und Knoblauch sowie Sellerieblätter arrangieren und den Limettensaft darüber ausdrücken. Dann in die Suppe geben.
*    Zur heißen Suppe die Kartoffelchips und die Shrimp Crackers servieren.  Guten Appetit!

2 Kommentare
  • Christina Wagner
    August 17, 2011

    Eine wirklich beeindruckende Geschichte und ein sympathischer Mann.
    Ich wünsche der Familie alles Gute – egal wo es sie hinverschlägt!

    • Lilo Solcher
      August 19, 2011

      Ich würde noch ein Weilchen bleiben. Das Hotel ist wunderschön und Bali immer noch ein Traum, wenn man nicht grade in Kuta ist.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.