Rhodos: Sieben Gründe für einen Inseltrip

Während bei uns die Blätter fallen und die Nebel wallen, strahlt auf Rhodos die Sonne von einem wolkenlos blauen Himmel. Kein Wunder, gilt Rhodos doch als die „Sonneninsel“. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum sich ein Inseltrip lohnt. Ich habe noch ein paar weitere gefunden.

Abendsonne am Strand des Atlantica Imperial Resorts.

1. Die Sonne
Der Sage nach hat sich der Sonnengott Helios die Insel Rhodos persönlich ausgesucht. Hier scheint die Sonne an 300 Tagen – auch noch bis weit in den Spätherbst hinein. Was für die Touristen ein Reisegrund ist, ist für die Menschen auf der Insel allerdings auch ein Problem. Weil es kaum regnet, trocknen die Flüsse aus.

Die Landschaft im Süden ist karg.

Nur gut, dass es in den Bergen Wasserquellen gibt, die für die Bewässerung der Felder und als Trinkwasserreservoir wichtig sind. Die Italiener haben während der Besatzungszeit (1912 bis 1945) Bewässerungskanäle gebaut, die heute noch genutzt werden. Auch der Tunnel bei den Sieben Quellen und der kleine Stausee wurden von den Italienern angelegt.

2. Die sieben Quellen
Die Epta Piges (sieben Quellen) nahe Kolymbia sind zwar ziemlich unspektakulär. Sie vereinen sich zu einem kleinen Bach, der in den Fluss Loutanis mündet.

Ohne das Hinweisschild würde man die sieben Quellen kaum finden.

Für die Gegend ist das ein Segen, denn das Wasser ist wichtig nicht nur für die Bewässerung sondern auch als Trinkwasserreservoir. Die Italiener haben dafür einen 180 Meter langen Tunnel und einen kleinen Stausee angelegt. Wer nicht an Klaustrophobie leidet, kann in knöcheltiefem Wasser durch den engen und nachtschwarzen Tunnel waten. Ein eindrucksvolles Erlebnis. Ich habe weder die Hand vor den Augen noch meinen Vordermann gesehen, und unter meinen nackten Füßen stieg das Wasser immer weiter an. Ich tastete mich blind vorwärts – immer an der Wand entlang. Einen lichten Moment gab‘s auch mitten im Tunnel – am Notausgang. Danach ging‘s weiter im Dunkeln bis das Licht tatsächlich das Ende des Tunnels ankündigte.

Geschafft: nach 180 Metern Dunkelheit endlich wieder Licht.

Im kleinen Restaurant buhlen frei laufende Pfaue und kleine Katzen um die Reste von den gastlich gedeckten Tischen.

3. Das Meer
Am Strand vor dem Atlantica Imperial Resort ist das Meer blau wie der Himmel – und angenehm warm. Nichts wie rein! Wir sind nicht die einzigen, die in den besonnten Wellen plantschen. Rhodos gehört zur Inselgruppe der Dodekanes und liegt zwischen der Ägäis und dem  Mittelmeer.  Auf der Ostseite ist es meist wärmer, an der Westküste weht mit dem Meltemi auch im Sommer ein kühlender Wind. Die Wassertemperaturen sind bis in den Spätherbst hinein angenehm warm.  Auch im Pool kann man noch wunderbar schwimmen.

Wer nicht ins Meer will, schwimmen kann man auch im Pool.

4. Lindos
„Du musst unbedingt nach Lindos“, sagte mir ein Kollege, der es wissen muss. Er kommt aus Griechenland. Und er hatte natürlich Recht. Lindos ist Unesco-Weltkulturerbe, einer der schönsten Orte Griechenlands. Ein weißes Dorf mit kubistischen Häusern, engen Gassen mit kunstvollem Pflaster aus Kieselsteinen und einer großartigen Marienkirche, deren Inneres auf farbenfrohen Fresken die Schöpfungsgeschichte und Geschichten aus dem Neuen Testament erzählt.

Blick von außen in die Marienkirche.

Die zwei Euro Eintritt sind gut angelegt, auch wenn Fotografieren verboten ist. Im kleinen Museum hinter der Kirche sind noch mehr Fresken zu sehen, aber auch Kirchenschätze und liturgische Gewänder. Und dann lohnt es sich, durch die engen Gassen zu schlendern, abseits des Touristentrubels zwischen Souvenirläden und Boutiquen. Bougainvilleas überwölben die begrünten Innenhöfe, das Pflaster aus den kleinen runden Kieseln wirkt vor den Kapitänshäusern wie ein Kunstwerk.

Aus kleinen runden Kieselsteinen entstanden Pflaster-Kunstwerke.

5. Die Akropolis von Lindos
Hoch über der ehemaligen Handelsstadt thront die Akropolis mit einem teilweise rekonstruierten Tempel der Athene aus dem vierten Jahrhundert v. Chr. Wer hinauf will, muss steigen: 300 Stufen insgesamt führen zum Eingang der ehemaligen Johanniter-Burg. Eintritt 12 Euro. Neben dem Weg haben Frauen ihre Handarbeiten ausgebreitet: bestickte Tischdecken und Sets, viele schon mit weihnachtlichen Motiven. Für Fußlahme stehen „Esel-Taxis“ bereit.

Zwischen den Fundamenten früherer Skulpturen kann man leicht ins Stolpern geraten.

Aber auch in der Akropolis selbst kann man leicht ins Stolpern kommen, die Stufen sind hoch, zwischen Felsen liegen Überreste von Fundamenten herum. Man wandert durch die Jahrhunderte und kann sich dabei zwischen dorischen Säulen und byzantinischer Kirche verlieren. Allein sind wir hier nicht. Selbst jetzt, in der Nachsaison, sind viele Touristen unterwegs. Zu schön ist der Blick hinunter auf Lindos und das blaue Meer und besonders auf die Paulusbucht, wo der Legende nach der Heilige in Rhodos anlandete: eine kreisförmige grünblau schillernde Bucht mit einer kleinen Kapelle, wo sich einheimische Paare gerne trauen.

Einfach göttlich: Die Paulusbucht unterhalb der Akropolis.

6. Rhodos Altstadt und Großmeisterpalast
Auch die historische Altstadt von Rhodos ist Unesco Weltkulturerbe. Hier könnte man viel Zeit verbringen, die wir leider nicht haben. So begnügen wir uns mit einem Ausflug in die Zeit der Johanniter, die hier seit 1309 über 200 Jahre herrschten. 19 Großmeister regierten in dieser Zeit, die meisten aus Frankreich. Und ihre Befestigungsmauern samt Burggraben hielten die Feinde draußen.

Wuchtig präsentiert sich das d’Amboise-Tor der Stadtmauer.

„Die Ritterstadt wurde nie erobert“, sagt Maria Ouranidou, die uns durchs d‘Amboise-Tor in die mittelalterliche Stadt mit ihren nationalen Herbergen und dem von den Italienern wieder aufgebauten Großmeisterpalast führt. Im 19. Jahrhundert hatte eine Schießpulver-Explosion große Teile des Gebäudes, das unter den Osmanen als Waffenlager und Gefängnis genutzt wurde, zerstört.

Vor dem Eingang zum Großmeisterpalast komme ich mir ziemlich klein vor.

Unter Mussolini wurde der mittlerweile dem Verfall preisgegebene Palast umfassend restauriert, um womöglich dem italienischen König Victor Emmanuele III. oder auch dem „Duce“ als Residenz zu dienen. Heute ist das imposante Gebäude ein Museum.

7. Rhodos Eulenbrunnen und Hafen
Am Hippokrates Platz laufen alle Wege zusammen. Und am zentralen Eulenbrunnen schlürfen Tauben Wasser. Hier schlägt das kommerzielle Herz der Altstadt mit Restaurants, Bars, Souvenirshops und Klamottenläden.

Der Eulenbrunnen dient den Tauben als Tränke. Auch nachts ist er umlagert.

Im Restaurant Romlos (15 Sofokleous str) haben wir so gut griechisch gegessen wie wir uns das immer gewünscht haben. Und hier irgendwo zwischen den bunten Häusern, die es damals natürlich noch nicht gab, soll dereinst der weltberühmte „Koloss von Rhodos“ gestanden haben, eine gigantische Bronze-Statue des Sonnengottes Helios, die schon in der Antike zu den sieben Weltwundern zählte. Maria ist sich da ganz sicher: „Der Koloss von Rhodos stand nicht am Mandraki-Hafen.“

Hirsch und Hirschkuh am Mandraki Hafen.

Begrüßt werden die einfahrenden Schiffe heute von einem Hirsch und einer Hirschkuh, die sich auf zwei Säulen gegenüber stehen. Pittoresker sind allerdings die drei Windmühlen auf der Mole mit dem Kastell Agios Nikolaos im Hintergrund.
Info: Die Reise nach Rhodos wurde von TUI finanziert. Wir waren im Atlantica Imperial Resort & Spa in Kolympia untergebracht. Preisbeispiel für Sparfüchse:   Fünf Nächte im DZ, ab 23. April 2020,  kosten mit Halbpension plus  Flug inkl. Frühbucherrabatt ab 544 Euro:  TUI.com 

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