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Antonio ist ein „endemischer Zypriote“, sagt Wanderführerin Ismini, so typisch für die Insel wie die zypriotische Stachelmaus. Der Mittvierziger mit dem runden Gesicht und dem ebenso runden Bauch, ein Schlitzohr und Muttersöhnchen, frisch verheiratet, kennt jeden Berg auf der mit 9251 Quadratkilometer drittgrößten Insel im Mittelmeer, und er weiß, was die etwa 800 000 griechischen Zyprioten bewegt. Die Griechenland-Krise: „Die sollten auch mal die Ärmel hochkrempeln und ihren Stall ausmisten“. Die Teilung der Insel in die südliche Republik Zypern und den unter türkischer Kontrolle stehenden Nordteil.„An eine Wiedervereinigung glaube ich nicht, solange die Türken im Norden bestimmen.“ Die britischen Militärbasen: „Die Engländer werden uns wohl erhalten bleiben. Die können doch gar nicht auf ihre Stützpunkte auf den Troodos-Gipfeln verzichten.“ Und natürlich auch Klatsch und Tratsch. Den lieben die Zyprioten wie alle Welt.
Social Media oder das Ende der Unschuld
Die ganze Welt twittert und trifft sich bei Facebook, Xing & Co. Die ganze Welt? Ausgerechnet in der Reisebranche haben sich viele tapfere Traditionalisten bisher vornehm zurück gehalten. Während schon das letzte Dorf seinen Facebook-Auftritt hatte, während die Lufthansa munter über Aschewolke, Schnee und Regen twitterte und die Deutsche Bahn Fahrkarten über ihre Facebook-Seite verkaufte, diskutierte die Branche noch, ob so eine Fanpage auf Facebook tatsächlich ein Geschäftsmodell sein könnte. 2012 soll es nun auch beim Reservierungssystem Amadeus soweit sein: Nicht weniger als eine „Social Travel Revolution“ wird da angekündigt, wenn die eigene „Social Media Suite“ die heutige Touristikwelt mit sozialen Netzwerken verknüpft.
Klimaneutral unterwegs mit Studiosus
Schon 1998 hat Studiosus sein Management zertifizieren lassen und war damit Öko-Audit-Pionier. Auch sonst ging der Münchner Studienreiseveranstalter beim Thema Nachhaltigkeit gerne vorneweg. Heißt es doch im Unternehmensleitbild, dass alle Angebote „ökologisch vertretbar“ sein müssen. Jetzt setzt das Unternehmen noch einen drauf und bietet als erster Studienreiseveranstalter klimaneutrales Reisen weltweit an.
Wintersport in Österreich: Die Zukunft im Visier
„Winterurlaub ist Skifahren“, stellt Prof. Peter Zellmann vom Institut für Freizeit- und Tourismusforschung (ift) klar. Das müsste die Skination Nr. 1, Österreich, beruhigen. Tut es aber nicht, wie das Seminar des Netzwerks Winter in Tauern Spa in Kaprun zeigt. Politiker, Wirtschaftsbosse, Skilehrer und Wissenschaftler beschäftigten sich ausführlich mit der Flucht vor allem der Deutschen aus dem Wintersport und den Möglichkeiten, diese aufzuhalten.
Meran: Stadt im Wandel
Die Stadt muss sich wieder mal neu erfinden. Darin hat Meran Erfahrung. Hat es doch die Geschichte nicht immer gut gemeint mit der schönen Stadt am Passer, die im 13. und 14. Jahrhundert mit vielen Privilegien ausgestattet war. Damals wurde Meran zum Wirtschaftszentrum. In der Laubengasse residierten Handel und Handwerk, auf den 400 Metern zwischen Pfarr- und Kornplatz spielte sich das städtische Leben ab. Doch als Margarete von Tirol, die später den bösen Beinamen Maultasch bekam, 1420 die Residenz nach Innsbruck verlegte, verarmte die Stadt. Unter den Lauben suchten Kühe Zuflucht, Schloss Tyrol verfiel – und Bozen stieg zur großen Handelsstadt auf.
Meran Info
Anreisen: Direkt über den Reschenpass. Schneller geht’s über den Brenner und von Bozen über die Autobahn nach Meran.Wohnen: In Meran gibt es Hotels für jeden Geschmack von Familien- bis zum Grandhotel. Ein Erlebnis für sich ist das Hotel Imperialart, Übernachtung im DZ mit Frühstück ab 109 Euro: www.imperialart.it
Der Wut-Autor: Andreas Altmanns „Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“
Es gab viel Wirbel um dieses Buch. Ein Blätterrauschen im Feuilleton der großen Zeitungen und Magazine und einen Aufruhr in Altötting. Der Wallfahrtsort fühlte sich verunglimpft von Andreas Altmanns Kindheits- und Jugenderinnerungen. Die sind, wie der Titel „Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“ schon verrät, alles andere als zurückhaltend. Das war von diesem Autor auch nicht anders zu erwarten, der nie den Schongang einschaltet und der weder auf sich noch auf andere Rücksicht nimmt, wenn es die Story denn erfordert.
Rule Britannia: Corinna Hesses „Großbritannien hören“
Nächstes Jahr wird Großbritannien die Olympischen Sommerspiele ausrichten. Höchste Zeit, sich etwas näher mit dem Land zu befassen, das in mehrfacher Weise ein Inseldasein führt. Das Länderhörbuch aus dem vielfach ausgezeichneten Silberfuchs-Verlag liefert dazu eine gute, unterhaltsame Einführung.
Wild at heart: Clay Carmichaels Zoe
Ein wildes Mädchen ist diese Zoe, eigensinnig, klug und selbstbewusst – und das, obwohl ihre Kindheit beileibe nicht einfach war. Elf Jahre lebte sie mit ihrer schwer depressiven Mutter und deren wechselnden Freunden. Der Papa hatte sich schon vor der Geburt aus dem Staub gemacht. Und nun hat die Mutter Selbstmord begangen und das Mädchen sich selbst überlassen.
Fundsachen und Mogelpackungen: Felicia Englmanns „Sorry, das haben wir nicht“
Die Idee ist nett und das Büchlein liest sich auch locker weg. Manche Texte sind eine Liebeserklärung an die jeweiligen Orte, andere kommen fast philosophisch wieder andere sehr persönlich gefärbt daher. Felicia Englmann war Dingen auf der Spur, die nach Orten oder Ländern benannt sind, und allzu oft bekam sie auf ihre diesbezügliche Frage die Antwort „Sorry, das haben wir nicht“. So heißt auch der Titel des Büchleins, das zu einer kleinen Reise durch die Welt der Mogelpackungen einlädt und so mancher liebgewordenen Vorstellung den Boden entzieht.