Lufthansa schickt Eurowings auf Billigschiene

Mit Eurowings geht die Lufthansa-Gruppe unter die Billigflieger. Auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin stellt Karl Ulrich Garnadt nicht nur das neue Konzept vor, sondern auch gleich noch die Kampfpreise, die den Markteintritt bewerben sollen. Ab 99,99 Euro geht es beispielsweise im Winterflugplan nach Dubai, ab 229,99 nach Punta Cana und Bangkok ist für unter 200 Euro oneway erreichbar – ab Köln/Bonn, der Basis von Eurowings.
Mit Eurowings will Lufthansa „neue Wege gehen, um Wachstum zu realisieren“. Die Airline reagiert damit auf das veränderte Kundenverhalten und ein verändertes Wettwerbsumfeld vor allem in der Golfregion. Eurowings soll das Point-to-Point-Konzept auf die Langstrecke übertragen und mit den Erfahrungen von Germanwings „Qualitätsführer“ im Preiswertsegment werden. Die Umflottung auf Airbus A 330-200 hat begonnen und soll 2017 mit vorläufig sieben Maschinen abgeschlossen sein. Ab 25. Oktober dieses Jahres soll der web-Auftritt wwww.eurowings.de stehen, unter dem die Flüge auch gebucht werden können. Das Produkt Eurowings, so Garnadt „soll beweisen, dass Preisattraktivität, hohe Qualität und höchste Sicherheitsstandards vereinbar sind“. Zur Verfügung stehen, je nach Komfortbedürfnis, Tarife von Basic mit zubuchbarem Gepäck und Inflight-Entertainment-Package, über Smart (Gepäck sowie Bordservice inklusive) bis zum Premium Fare mit zwei Gepäckstücken, à la Carte Catering und Premiumsitzkomfort. In allen Beförderungsklassen gibt es Internet an Bord. Auch für den Basic Tarif lässt sich mehr Komfort zubuchen – für 90 Euro. Alle Buchungen sind jetzt zum Start am 25. Oktober möglich unter www.germanwings.com
Dank höheren Produktivität des Fluggeräts und des Personals könne Eurowings bis zu 40 Prozent günstiger sein als der Mutterkonzern, erklärte Garnadt, der die Marke innerhalb von zwölf bis 24 Monaten profitabel sehen will. Betreiben wird die Langstreckenflugzeuge SunExpress Deutschland, ein Joint Venture von LH und Turkish Airlines, mit eigenem Cockpit- und Kabinenpersonal. Mit einem „optimalen Preis-Leistungsverhältnis für Privatreisende“ glaubt Garnadt Wettbewerbern wie Emirates aber auch Ryan Paroli bieten zu können. Dabei will er auch die Veranstalter ins Boot holen, denn: „Luftverkehr auf der Langstrecke ohne Veranstalter-Geschäft geht nicht.“

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