Losari: Aufatmen in der Kaffeeplantage

Unten rauscht der mörderische Verkehr auf der Straße vorbei, oben im Schatten der Kaffeebäume ist davon gerade noch ein Brausen zu hören, fast wie von Meereswellen. Vom alten Herrenhaus her wehen Klavierklänge durch die üppig blühende Gartenanlage, es duftet nach Kaffee und Frangipani-Blüten. Im Infinity-Pool über dem weitläufigen Spa spiegeln sich Palmen und Tulpenbäume mit feuerroten Blüten. Dahinter verschmelzen die dunkelblauen Vulkankegel Zentraljavas mit dem Blau des Horizonts. Ein guter Geist fegt Blütenblätter vom Weg zum Restaurant. Hier sitzen die Gäste am Abend, speisen indonesische Köstlichkeiten und genießen zum Abschluss einen Espresso vom hauseigenen Kaffee.

Denn Losari ist zwar ein Resort – und Mitglied der Small Luxury Hotels
aber immer auch noch eine Kaffeeplantage. Sieben Tonnen Kaffeebohnen
werden hier geerntet – von Hand und zum größten Teil für den eigenen
Bedarf. Natürlich können die Gäste auch eine aufmunternde Erinnerung an
ihren Aufenthalt im hoteleigenen Shop kaufen.
Der Kaffee ist stark und
sehr aromatisch. Bei einem  Rundgang durch die Plantage erklärt Führer
Yoyok die einzelnen Sorten anhand der Blätter. Robusta, Liberia, Arabica
und Java werden in Losari angebaut. Die Kaffeebäume können bis zu 150
Jahre alt werden. Viele sind knorrig wie alte Weinstöcke und manchmal
erinnert die Plantage auch an einen Weinberg.
Zwischen Blumen, Palmen und Kaffeestauden spitzt hin und wieder ein
Hausdach durch mit dem charakteristischen geschmückten First. 24
traditionelle javanische Häuser hat die italienische Hotelgründerin
Gabrielle Teggia
– heute gehört das Resort zu einem indonesischen
Konsortium – auf der ehemals holländischen Plantage zusammen getragen
und in luxuriöse Gästevillen umgestaltet, darunter auch eine die Villa
eines javanesischen Prinzen. Da wird jeder Gast zum König. Aber auch in
den anderen Villen lässt es sich fürstlich residieren. Man liegt
gemütlich in der riesigen Badewanne – fast schon ein kleiner Pool – und
sieht filmreif die Sonne hinter den Bergen untergehen. Oder frau lässt
die Vorhänge offen und sich im romantischen Himmelbett von den ersten
Strahlen wachkitzeln. Platz ist reichlich auf Sesseln, Liegen und einem
großen Tagesbett – zum Lesen, Kuscheln, Entspannen oder einfach nur zum
Schauen. Und die Augen können sich auch kaum sattsehen all dem Grün und
den Blüten, die so vollkommen sind wie kleine Kunstwerke.
Losari ist schon ein ganz besonderer Ort, Freiluftmuseum, Kaffeeplantage
und gastfreundliches Resort, in dem es dem Gast an nichts mangelt –
wenn er denn genügend Geld mitbringt.  
Info: Das Hamam im Losari Spa kam 2010 auf den dritten Platz beim vom
Asia Spa Magazine ausgeschriebenen Wettbewerb um den „Best Destination
Spa Retreat oft the year“.  www.losaricoffeeplantation.com,
www.restyle-international.com  Villas pro Nacht (Nebensaison) 350 bis
450 Dollar, Bella Vista mit fünf Schlafzimmern 1600 Dollar. Im Package,
etwa für Flitterwochen, wird’s günstiger. Da sind dann im Preis von 950
Dollar nicht nur zwei Nächte, Frühstück, Nachmittagskaffee und ein
Candle light Dinner enthalten, sondern auch eine „romantische
Spa-Behandlung“.

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