Der Satellit am Flughafen München

Der Satellit am Terminal 2 des Flughafens München wird noch in diesem Monat eröffnet. Dann werden hier allein elf Millionen Fluggäste pro Jahr abgefertigt werden können, so viele wie am Flughafen Stuttgart. Mit dem Neubau, der ebenso wie das Terminal 2 exklusiv von Lufthansa und ihren Partnern von Star Alliance betrieben wird, untermauert der Flughafen München seinen Ruf als Fünf-Sterne-Airport. 2015 hatte Skytrax den Flughafen zum besten Europas und zum drittbesten weltweit gekürt.

Für betuchte Kunden verdoppelt sich das Lounge-Angebot

Das Augenmerk der Bauherren galt allerdings nicht nur einer verbesserten Aufenthaltsdauer am Satelliten, wo die Lufthansa-Kunden auf 7000 Quadratmetern Shops und Restaurants finden, sondern vor allem den betuchten Passagieren. Für sie verdoppelt sich das Lounge-Angebot. Allein die First Class Lounge verfügt über eine Fläche von 1000 Quadratmetern – mit Dachterrasse samt Blick aufs Vorfeld. Dazu gibt’s Schlaf- und Arbeitsräume, Bar und Cigar Lounge, ein exklusives Restaurant mit Buffet und à la carte Menüs sowie Bäder. Eine eigene Passkontrolle in der Lounge erspart den First-Class-Passagieren bei der Ein- und Ausreise das Anstehen in der Menge, dank des exklusiven Limousinenservices erreichen sie auch ebenso diskret wie bequem das Flugzeug. Auch die Lufthansa-Senatoren und Business-Gäste dürfen sich im Satelliten auf mehr Platz und Bequemlichkeit in den Lounges freuen. Vor allem die aussichtsreiche Skybar auf der Non-Schengen-Ebene, wo sich Reisende aufhalten, die nicht im Schengen-Raum unterwegs sind, dürfte für die Besucher ein Magnet werden. Und natürlich gibt es auch in den beiden Lounges Arbeitsplätze, Duschbäder und einen Bistrobereich.

Bevorzugte Behandlung für Lufthansa?

Noch vor der offiziellen Eröffnung des Satelliten machte ein Prüfbericht des Obersten Bayerischen Rechnungshofes Schlagzeilen, wonach die Lufthansa ungebührlich von einer exklusiven Nutzung des Terminal 2 und des neuen Satelliten profitiere. Die Lufthansa und die Flughafengesellschaft FMG haben das Terminal 2 gemeinsam gebaut und betreiben es auch gemeinsam. Doch dem ORH gehen die vereinbarten Nutzungsrechte zu weit. So dürfe die Lufthansa das Terminal 2 und das neue Satellitengebäude 20 Jahre länger als ursprünglich vereinbart nutzen und bleibe bis 2051 von marktüblichen (und damit höheren) Mieten verschont. Die Prüfer des Bayerischen Obersten Rechnungshofes kommen laut Süddeutscher Zeitung insgesamt auf einen Vorteil von mindestens 1,06 Milliarden Euro für die Fluglinie. Flughafenchef Michael Kerkloh wies die Vorwürfe zurück und  bezeichnete das Joint Venture von FMG und Lufthansa als „Grundlage einer einzigartigen Erfolgsgeschichte“.

Info

Lufthansa ist der größte Arbeitgeber am Flughafen München. Die Lufthansa Group beschäftigt hier rund 11 000 Mitarbeiter in den Geschäftsfeldern Airlines, Cargo, LSG Group, Technik und Flight Training.
2015 betreute die LH in München mehr als 27 Millionen Gäste im Terminal 2. Im Sommerflugplan – 136 Ziele in 46 Ländern – sind am bayerischen Standort 119 Flugzeuge stationiert, 27 Langstreckenflugzeuge und 92 Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge (einschließlich Lufthansa Regional und Air Dolomiti). Die ersten zehn Airbus A 350 werden ab Dezember 2016 nach München geliefert.
Internet: www.lufthansagroup.com, www.munich-airport.de 

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