Corona Pandemie: Grenzöffnungen und mehr

Die Hoffnung wächst, dass  im Sommer Urlaub wieder möglich wird. Die Bundesregierung will sich am 3. Juni mit einem Eckwertepapier befassen, das als Gesprächsgrundlage für eine Einigung mit den Urlaubsländern auf Regeln für einen Infektionsschutz dienen soll. Der Unmut in der Bevölkerung durch die Einschränkungen hat die Politik zum Handeln gezwungen.  Immer mehr Länder lockern ihre Corona-Regeln.  Der Appell an die Vernunft, Abstand zu halten, gilt weiter.  Reisen wird in diesem Jahr nicht so grenzenlos sein wie bisher.  Womöglich wird es nie wieder so werden. 35 Prozent der Deutschen finden nach einer Erhebung des Bayerischen Zentrums für Tourismus der Hochschule Kempten in Zusammenarbeit mit der GfK, die Aussicht auf Mund-Nasen-Schutz und Abstandsregelungen passe nicht zu ihren Vorstellungen vom Urlaub. Rund ein Drittel hat momentan keine Lust zu verreisen, ein Viertel verweist auf die leere Reisekasse und jeder Fünfte hat Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus.  Die Welttourismusorganisation UNWTO rechnet inzwischen mit einem Rückgang im internationalen Reiseverkehr von 60 bis 80 Prozent.

So schön und so leer: Strand auf der griechischen Insel Lefkas

Die Auswirkungen sind immer noch weltweit. Nach einigem Zögern verschiebt Dubai nun die Expo um ein Jahr.  Neuer Termin ist vom 1. Oktober 2021 bis 31. März 2022.

Die Veranstalter haben lange  auf bessere Zeiten gehofft.  Inzwischen planen sie schon für nächstes Jahr.  Und sie reagieren mit Entgegenkommen und Buchungs-Anreizen.   Das sind die aktuellen Meldungen Stand  2. Juni. 

Veranstalter 

Der Umsatzausfall bei den deutschen Reiseveranstaltern und Reisebüros summiert sich nach Hochrechnungen des Deutschen Reiseverbandes (DRV)  bis Ende April 2020 auf mehr als 4,8 Milliarden Euro – und der Finanzbedarf wird weiter steigen, wenn die Krise weiter andauert. Laut einer Umfrage sind mittlerweile 40 Prozent der Touristikunternehmen in ihrer Existenz bedroht.

Alltours will seinen Kunden ihr Geld für abgesagte Ferien erstatten. Geleistete Zahlungen für Reisen aus dem Pauschal- und Individualprogramm zwischen 17. März und 30. April würden ab sofort an die Kunden zurückerstattet, verkündet Alltours.  Der Veranstalter hat die Durchführung aller Reisen bis  einschließlich 14. Juni abgesagt.

Chamäleon sagt Reisen bis Ende Juni ab und schaltet alle Reisen bis Ende 2021 auf der eigenen Website frei.

Der Natur- und Tierreisenspezialist Colibri Travel musste Insolvenz anmelden.

Die DER Touristik Deutschland verzinst die Anzahlungen ihrer Kunden. Wer infolge der internationalen Reisewarnung des Auswärtigen Amtes seine bei den DER Touristik-Veranstaltern Dertour, ITS, Jahn Reisen, Meiers Weltreisen, ADAC Reisen und Travelix gebuchte Reise nicht antreten konnte und später reisen möchte,  bekommt zu seinem Reisepreis ein Guthaben von 50 Euro für die nächste Reise dazu. Möglich wird dies durch einen Gutschein in Höhe der geleisteten Kundenzahlung, die das Reiseunternehmen bei Reiseabsagen infolge der Corona-Pandemie anbietet. Für diesen Gutschein können sich die  Kunden frei entscheiden, wenn sie ihren geplatzten Urlaub nachholen möchten. Für die Einlösung haben die DER Touristik-Kunden bis Ende 2021 Zeit. Wird ein Gutschein bis dahin nicht eingelöst, so erhält der Kunde seinen bereits bezahlten Reisepreis zurück.  Der Veranstalter geht davon aus, neben Urlaub in Deutschland auch Reisen auf die Balearen sowie nach Österreich, Dänemark, Kroatien, Portugal, Griechenland, Zypern, die Kanaren und möglicherweise in die Türkei anbieten zu können.  Nach TUI und FTI fasst nun auch DER Touristik die Stornoregeln für Neubuchungen an und gewährt den Kunden die Option, ihren Urlaub bis zu 14 Tage vor Abreise kostenfrei zu canceln. Die Regelung bezieht sich laut FVW auf Abreisen für Neubuchungen bis 30. Juni 2020 von Reisen mit Reisezeitraum bis Ende Oktober 2021.

Die Autoschlangen vor dem Leuchtturm von Formentor sind Geschichte.

Die  FTI Group –  Fünf vor Flug, Bix Xtra, LAL Sprachreisen und FTI Touristik –  wirbt mit kundenfreundlichen Stornofristen sowie einer „limited edition“ mit dem Titel „Sorglos in den Sommer“. Demnach können die Gäste jetzt einfach ohne Anzahlung ihren Urlaub buchen. Zahlen müssen sie erst 14 Tage vor Abreise. Stornogebühren fallen bis 14 Tage vorher auch keine an. Die Aktion gilt für Eigenanreise-Ziele wie Deutschland, Österreich und Schweiz mit Nur-Hotel-Buchungen sowie für ausgewählte
weltweite und alle europäischen Flugpauschalreisen im FTI-Portfolio  mit Abreisen bis 31. August 2020.   Kunden, die ihren Urlaub mit Abreise zwischen 1. April und  30. Juni gebucht haben,   auf einen späteren Termin an ausweichen.  Die Umbuchung muss bis zum 30. Juni, spätestens jedoch zehn Tage vor Abreise erfolgen. Spätester Rückreisetermin des „neuen“ Urlaubs muss der 31. Oktober sein.  Inzwischen hat der ägyptische Milliardär und Investor Sami Sawiris  die Mehrheit an dem Reiseveranstalter übernommen.   Der Veranstalter geht davon aus, dass viele Urlaubswillige bereits jetzt über ihre Ferien 2021 nachdenken.  FTI schaltet daher besonders früh viele Hotels zur Buchung frei, etwa in Ägypten, der Türkei und den Emiraten.

Gebeco  hat alle Abreisen bis 14. Juni abgesagt.  Neue Reisen sind weit in das Jahr 2021 buchbar. Kunden können Neubuchungen  bis  30. Juni 2020 mit Abreise bis 30. September 2021  bis 60 Tage vor der Abreise kostenlos stornieren oder umbuchen.

Hauser Exkursionen  startet eine Online-Plattform mit Live-Vorträgen seiner Reiseleiter, -büros und lokalen Partner.  Reisehungrige können online Tickets für 9,99 Euro buchen, den Einladungslink zum zirka 60-minütigen Vortrag erhalten sie anschließend per E-Mail.  Mit Ruth Zeller entdecken Teilnehmer die Wildnis Alaskas, Peter Hinze nimmt sie mit auf den Great Himalaya Trail in Nepal. Die Erlöse aus den Präsentationen kommen zu 100 Prozent den Referenten oder von ihnen unterstützten, wohltätigen Projekten zugute. Hauser Exkursionen stellt die Infrastruktur kostenlos zur Verfügung und hilft bei der Durchführung. „Damit kann jeder Einzelne und können wir gemeinsam einen wertvollen Beitrag zum Fortbestand des nachhaltigen Reisens leisten“, betont Pohle:  www.1werden.com/virtuelle-reisen

Lidl schließt Lidl Holidays und JT Touristik. 

Studiosus sagt wegen Corona alle Reisen weltweit bis  14. Juni  ab.  „Über die Durchführung der ab dem 15. Juni beginnenden Reisen entscheidet der Marktführer bei Studienreisen umgehend nach Vorliegen entsprechender Lageeinschätzungen der Bundesregierung und des Auswärtigen Amtes. Für alle Reisen ab dem 15. Juni gelten die bekannten Umbuchungs- und Stornobedingungen gemäß den Allgemeinen Reisebedingungen von Studiosus“, heißt es in der Pressemitteilung vom 30. April.

Zypern gehört zu den Zielen, mit denen die Veranstalter für den Sommer rechnen.

 TUI Deutschland  bietet  für alle Reisebuchungen bis 30. Juni die Möglichkeit einer kostenlosen Stornierung oder Umbuchung bis 14 Tage vor Reiseantritt.  Die neue Regelung gilt  laut  FVW für alle Abreisen bis zum 31. Oktober 2021, also auch für die nächste Winter- und übernächste Sommersaison. Das Rücktrittsrecht umfasst alle weltweiten TUI- und Airtours-Neubuchungen mit Ausnahme von XTUI, Fly & Mix, Reisen mit Linienflügen und Airtours Cruises. Weiterhin erhalten alle Kunden, die sich bis Ende Juni für eine Neubuchung entscheiden, einen Treuebonus von bis zu 100 Euro pro Person.Ab sofort hat TUI den Sommer 2021 zur Buchung frei gegeben. Über 100 Hotels der TUI-Hotelmarken und -konzepte sowie weitere 10 000 Unterkünfte sind über Reisebüros und auch online buchbar unter www.tui.com 
Der Konzern hat angekündigt,  8000 Stellen zu streichen.  Inzwischen hat TUI erste Hotels in Deutschland wieder geöffnet. Den Auftakt machten das Dorfhotel auf Sylt, das Dorfhotel und Iberotel in Boltenhagen sowie das Dorfhotel am Fleesensee. Das TUI Blue Hotel sowie der Robinson Club am Fleesensee öffnen am 25. Mai.

Auf Sylt ist die urlauberlose Zeit vorbei

 

Wikinger Reisen sagt alle Gruppenreisen bis  einschließlich 29. Juni ab.  Grund ist die Verlängerung der Kontaktbeschränkungen.  Geschäftsführer Daniel Kraus rechnet für 2020 mit einem Umsatzrückgang um rund 60 Prozent und baut 71 Stellen ab.  Ab sofort sind erste Fernreisen für 2021 buchbar.  Für die Nach-Corona-Zeit hat Wikinger unter dem Motto „Yes, we care“ einen Leitfaden für  die Wander- und Radreisekunden entwickelt mit Verhaltensempfehlungen und Informationen über eigene Sicherheitsmaßnahmen.  Der Veranstalter hat rund 50 Fernreisen für 2021 buchbar gemacht, u.a. Trips nach Costa Rica, Neuseeland, Alaska und Hawaii.

Der Südostasien-Spezialist Comtour musste Insolvenz anmelden.

Luftfahrt

Immer mehr Airlines wollen den Flugbetrieb wieder hochfahren. Der Stillstand forderte schon einige Opfer:  Air Mauritius und Virgin Australia sind pleite. Weitere Fluglinien stehen auf der Kippe. Viele Carrier werden nur mit Staatshilfe überleben. Die Lufthansa und andere von der Corona Pandemie betroffene Airlines erhalten zusammen staatliche Hilfen von  112 Milliarden Euro. Das geht aus einer Kalkulation vor, die der Airline-Branchenverband Iata veröffentlicht. Der Verband geht nach Informationen von FVW davon aus, dass die Fluggesellschaften weltweit Ende dieses Jahres zusammen 550 Milliarden Dollar Schulden haben, nach 430 Milliarden Dollar zum Ende des vergangenen Jahres.
Harsche Kritik an den nicht vorhandenen Anti-Corona-Maßnahmen der europäischen Airlines übte Flugzeugforscher Dieter Scholz von der Hamburg University of Applied Sciences gegenüber „Report Mainz“.  Seiner Ansicht nach könnte ein freier Mittelsitz das Risiko einer Infektion um den Faktor 10 reduzieren. Das Konzept der EU und der Airlines zum Infektionsschutz  ohne einen freien Mittelsitz hält Scholz für völlig unzureichend: „So kann man Infektionen im Flugzeug auf keinen Fall verhindern. Wir werden belogen, ohne dass die Airlines dabei rot werden.“

Hoffnungsschimmer am Horizont.

Ein aktueller Überblick ohne Garantie auf Vollständigkeit:

Air Baltic  hat sich einen Flugstopp verordnet.

Frankreich darf Air France in der Corona-Krise mit sieben Milliarden Euro in Form von Kreditgarantien und eines Kredits als Anteilseigner helfen.  Trotzdem hat Air France-KLM wenig Hoffnung auf eine schnelle Erholung. Es werde Jahre dauern, bis das Vor-Corona-Niveau wieder erreicht sei.

Die Regierung in Rom will die seit 2017 insolvente Alitalia im Frühsommer verstaatlichen.

American Airlines streicht Sommerflüge nach Europa.

Austrian Airlines  will am 7. Juni den Flugbetrieb wieder aufnehmen.

Brussels Airlines hebt ab Mitte Juni wieder ab.

Czech Airlines (CSA)  hat ihren Betrieb bis zum 11. April von und nach Prag eingestellt.

Weil die Übernahme von Condor durch LOT gescheitert ist, bekommt der Ferienflieger jetzt mehr Geld vom Staat und der Hessischen Landesregierung.  „Condor erhält einen Kredit über 294 Millionen Euro als Corona-Hilfe sowie 256 Millionen Euro zur vollständigen Refinanzierung des Überbrückungskredits, den der Ferienflieger nach der Insolvenz von Thomas Cook für den vergangenen Winter erhalten hatte“, heißt es in einer Pressemitteilung von Condor.  Ab 25. Juni will Condor  „wieder zu den schönsten Urlaubszielen“ starten – mit rund 300 Verbindungen pro Woche ab acht deutschen Flughäfen zu insgesamt 29 Destinationen

Easyjet  will  im Juli wieder durchstarten.

Eurowings hat ab Juni wieder 40 Sonnenziele im Programm.  Eine Flexibilitäts-Garantie  soll das Geschäft beleben: Bis 14 Tage vor dem Abflugdatum kann der Flug beliebig oft und kostenlos umgebucht werden – sogar auf ein anderes Reiseziel. Dies gilt für alle Eurowings Flugangebote innerhalb Europas.

Emirates  fliegt seit 21. Mai wieder von Dubai nach London-Heathrow, Paris, Mailand, Madrid, Chicago, Toronto, Sydney und Melbourne. Die Airline verteilt an die Passagiere Hygiene-Kits.

KLM will im Juli wieder 73 Ziele anfliegen, darunter Alicante, Ibiza und Porto.

Korean Air fliegt seit 1. Juni wieder Frankfurt an.

Der chilenische Luftfahrt-Konzern Latam  hat Insolvenz angemeldet. Die Unternehmensgruppe und die Tochterunternehmen in Chile, Peru, Kolumbien, Ecuador und den Vereinigten Staaten beantragten Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts. Die Töchter in Argentinien, Brasilien und Paraguay sind zunächst nicht betroffen.

LOT Die polnische Staats-Airline hat die Inlandsflüge wieder aufgenommen.

Lufthansa  wartet auf die staatliche Unterstützung und plant drastische Einschnitte.

Lufthansa will nun doch die Auflagen der EU-Kommission für das geplante neun Milliarden schwere Rettungspaket der Bundesregierung annehmen.  Demnach muss der Konzern an den Flughäfen Frankfurt und München je einem Wettbewerber die Stationierung von je bis zu vier Flugzeugen samt bis zu 24 Start- und Landerechten übertragen. Das Rettungspaket sieht vor,  dass der Staat  die Fluggesellschaft mit stillen Einlagen von insgesamt 5,7 Milliarden Euro, einem staatlich abgesicherten Kredit von bis zu drei Milliarden Euro und einer direkten Beteiligung an der Airline in Höhe von 20 Prozent oder 300 Millionen Euro vor der Pleite bewahrt. Die Hilfen sind laut Regierung mit Nachhaltigkeitszielen verbunden, etwa durch die Erneuerung der Flotte.  Außerdem darf kein Staatsgeld in Steueroasen abfließen, Vorstandsmitglieder müssten bis Ende September auf ein Fünftel ihrer Grundvergütung verzichten, und während der Stabilisierungsmaßnahmen dürften keine Boni und Dividenden ausgezahlt werden.  Die zwei vom Staat geforderten Aufsichtsratsposten sollen mit Experten besetzt werden.
Bei allen Neubuchungen bietet Lufthansa kostenfreie Umbuchung an.  Seit 4. Mai gilt auf allen Flügen der Lufthansa-Gruppe Maskenpflicht für Passagiere. Ab Juni will Lufthansa wieder mit dem Flugverkehr starten. Lufthansa und Eurowings wollen  den „Alltagshelden“ – Krankenschwestern, Pflegekräften, Einkaufshilfen, Paketboten und Kinderbetreuern –  insgesamt 1000 Flugtickets für Europaflüge zur Verfügung stellen. Die Alltagshelden können sich via „Bild“ für die zweimal 500 Flugtickets bewerben und bei Erfolg ihre Tickets dann bis Ende August 2021 einlösen.

Qatar Airways  kündigt einen „schrittweisen Wiederaufbau des Streckenprogramms“ an.  52 Destinationen sollen bis Ende Mai wieder aufgenommen werden,  ab Ende Juni soll das Streckennetz 80 Ziele umfassen. Tickets können kostenfrei umgebucht, in Qmiles umgetauscht, gegen einen zwei Jahre gültigen Reisegutschein eingetauscht oder zurückerstattet werden  Alle Tickets, die für Reisen bis zum 31. Dezember 2020 gebucht werden, sind ab dem Ausstellungsdatum zwei Jahre lang gültig. Die Airline hat angekündigt, 100 000 Tickets an Corona-Helfer zu verschenken.   Details unter www.qatarairways.com/en/travel-with-confidence.html

Ryanair will den Flugbetrieb zum Sommer wieder deutlich hochfahren. Ab 1. Juli sollen 40 Prozent der regulären Flüge wieder stattfinden, teilte das Unternehmen mit.  Die Passagiere sollen am Flughafen und an Bord Gesichtsmasken tragen. Zudem sollen sie der Airline bei Flügen im Juli und August am Check-in ihre Kontaktdaten und die Dauer ihres Aufenthalts nennen.

Der südafrikanische Nationalcarrier SAA  wird weiterhin keine internationalen Flüge anbieten.

SAS Die skandinavische Airline hat ihren Flugbetrieb  weitgehend eingestellt.

Singapore Airlines  setzt Flüge von und nach Deutschland  bis Ende Mai aus.

South African Airways  löst sich nach 86 Jahren auf. Die südafrikanische Fluggesellschaft hat ein Abfindungspaket für ihre 4 700 Mitarbeiter geschnürt und beendet sämtliche Arbeitsverträge zum 30. April. Das im Dezember vergangenen Jahres eingeleitete Sanierungsverfahren ist gescheitert, der Staat hat mitten in der Corona-Krise alle Hilfen eingestellt.

Thai Airways soll unter Gläubigerschutz gestellt und saniert werden.  Alle internationalen Verbindungen sind wegen der Corona-Pandemie derzeit eingestellt.

Als erste deutsche Airline hat TUI fly den Flugplan für die Sommersaison 2021 freigeschaltet. Das Angebot umfasst rund 4,5 Millionen Sitzplätze, von denen mehr als die Hälfte auf die griechischen Inseln, insbesondere Kreta und Rhodos, sowie auf die Kanaren entfallen. Der Spitzenreiter im Programm bleibt  Mallorca: 70 mal pro Woche startet der  Ferienflieger zur größten Baleareninsel.

Turkish Airlines hat den Flugstop bis Mitte Juni verlängert.

United Airlines   verordnet seit Mai Maskenpflicht und verteilt die Masken an die Passagiere.

Am 2. Mai  landete und startete  auf dem  Flughafen Memmingen erstmals wieder eine Maschine der Fluggesellschaft Wizz Air, die am Wochenende in Europa auf ausgewählten Strecken ihren Betrieb wiederaufnahm. Das Ziel war Sofia. Weitere werden folgen.

Am Flughafen München bereitet man sich auf  den Neustart vor. In den Abfertigungsgebäuden gilt ab 18. Mai eine Masken-Pflicht.  Spender mit Handdesinfektionsmitteln stehen bereit.

Sicherheit Sogenannte Community-Masken reichen nach Ansicht der europäischen Luftsicherheitsbehörde EASA nicht aus, um die Ansteckungsgefahr im Flugzeug zu verhindern. Für Passagiere und Mitarbeiter sei vielmehr medizinischer Mund- und Nasenschutz wichtig.  In den  „Operarational Guidelines“ wird außerdem empfohlen, Abstand im Flugzeug durch freie Plätze zu halten. Familien und Mitglieder eines Haushalts sollten nebeneinander sitzen, heißt es. Passagiere sollten außerdem möglichst wenig Handgepäck mit an Bord nehmen.

Flugzeugfriedhof  Europas größter Flugzeugfriedhof liegt in Spanien und ist fast ausgebucht.  In Teruel werden Flugzeuge entweder für einen gewissen Zeitraum zwischengeparkt oder finden hier ihre Endstation – als Ersatzteillager. Lufthansa will all ihre Langstreckenflugzeuge vom Typ A340-600 hierher verlegen. Während die klassischen Passagierflughäfen gerade kaum etwas zu tun haben, herrscht in Teruel Hochbetrieb. Der Flughafen gehört mit seinem Geschäftsmodell als Flugzeug-Abstellplatz zu den Gewinnern der Coronavirus-Krise.

Deutschland 

In den Bundesländern finden inzwischen zeitlich gestaffelt Lockerungsübungen statt:

In Baden-Württemberg ist Gastronomie im Innen- und Außenbereich  seit 18. Mai  wieder möglich, Ferienwohnungen und Campingplätze  haben geöffnet ebenso  Hotels und Freizeitparks. Für die Öffnung von Beherbergungsbetrieben gelten ebenso strenge Auflagen wie ein verpflichtendes Hygieneschutzkonzept wie in der Gastronomie und eine Verpflegung nur mit Abstand und begrenztem Einlass. Freibäder dürfen vom 6. Juni an öffnen ebenso Bars.

Bayern hat die Ausgangsbeschränkung in eine Kontaktbeschränkung umgewandelt:    Restaurants  haben  unter strengen Auflagen geöffnet, Hotels dürfen wieder Gäste beherbergen.  Grundsätzlich soll in Gaststätten eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, von den Gästen, vom Personal und auch in der Küche. Freibäder sollen ab 8. Juni öffnen dürfen.  

In Berlin sind Restaurants und Hotels  wieder offen.  Gäste wie Personal müssen Abstands- und Hygieneregeln einhalten, darunter 1,5 Meter Mindestabstand und Maskenpflicht. Kneipen und Bars können ab  2. Juni wieder öffnen, Gäste müssen aber an Tischen Platz nehmen.  Auch Freibäder haben geöffnet.

Auch in Brandenburg haben  Gaststätten, Cafés und Kneipen mit Zugangsbeschränkung wieder geöffnet. Dauer- und Wohnmobilcamping ist wieder möglich, wenn die Camper ein eigenes Sanitärsystem haben.  Hotels und Ferienwohnungen können wieder auf Gäste hoffen. Freibäder und Freizeitparks dürfen öffnen.

In Bremen sind Restaurants und Kneipen  unter strikten Auflagen offen. Dazu gehört, dass Gäste nur dann Getränke und Speisen im Lokal verzehren dürfen, wenn sie bereit sind, Namen und Kontaktdaten anzugeben. Hotels, Pensionen, Campingplätze und Ferienwohnungen können wieder Gäste empfangen,  wenn die Regeln des Kontaktverbotes eingehalten werden und ein Schutzkonzept vorliegt. Die ersten Freibäder sind geöffnet, ab 15. Juni sollen Freibäder bei Vorlage eines Hygienekonzeptes generell geöffnet werden.

In Hamburg ist Gastronomie ebenso wie Hotelbetrieb wieder möglich. Freibäder haben seit 2. Juni unter Auflagen geöffnet.

Hessen erlaubt Restaurants und anderen Gaststätten seit 15. Mai an unter Auflagen die Öffnung.  Es gibt keine Unterschiede zwischen Innen- und Außengastronomie. Pensionen, Privatzimmer, Hotels und Campingplätze haben ihren Betrieb wieder aufgenommen ebenso Bars.

Bald in vielen Bundesländern wieder möglich: Abtauchen im Freibad.

In Mecklenburg-Vorpommern ist seit 25. Mai das Einreiseverbot für Touristen aus anderen Bundesländern aufgehoben.   Den Hotels ist allerdings vorläufig nur die 60-prozentige Auslastung ihre Kapazitäten erlaubt.  Freibäder haben geöffnet.

In Niedersachsen  hat die Gastronomie seit 11. Mai geöffnet – mit einer maximalen Auslastung von 50 Prozent. Gleiches gilt für die Hotellerie, die seit 25. Mai wieder arbeiett. Wer nach der Wiedereröffnung ein Restaurant oder Café besuchen will, muss dort Namen und Telefonnummer hinterlegen. Für einen Besuch ist keine Reservierung erforderlich. Sie wird aber dringend empfohlen. Freibäder sind wieder offen.

Touristen dürfen in Nordrhein-Westfalen seit 18. Mai wieder in Hotels übernachten ebenso Restaurants, Cafés und Kneipen, sofern sie den vorgeschriebenen Abstand einhalten können. Auch Freibäder haben wieder geöffnet.

Seit 13. Mai haben in Rheinland-Pfalz Restaurants, Cafés,  Ausflugsschiffe und Vinotheken  geöffnet – unter strengen Auflagen. Eine Atemschutzmaske ist drinnen wie draußen vorgeschrieben.  Überall gilt eine Reservierungs- und Anmeldepflicht. Hotels, Ferienhäuser und Campingplätze mit eigenen sanitären Einrichtungen  haben seit 18. Mai geöffnet. Auch Freibäder dürfen besucht werden ebenso Bars.

Spätestens ab 18. Mai kann man im Saarland wieder in Restaurants und Kneipen gehen. Freibäder öffnen ab 8. Juni.

Kneipen, Biergärten und Restaurants haben in Sachsen seit 15. Mai unter Auflagen wieder geöffnet, eine Trennung von Innen- und Außenbereich gibt es dabei nicht.  Auch Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen dürfen seit  15. Mai wieder öffnen – auch für Gäste aus anderen Bundesländern. Die ersten Freibäder  haben geöffnet, ab 15. Juni sollen Freibäder bei Vorlage eines Hygienekonzeptes generell geöffnet werden.

In Sachsen-Anhalt sind Gaststätten, Hotels und Bars offen ebenso Freibäder. 

Schleswig-Holstein ermöglicht die Öffnung von Hotels, Gaststätten und Ferienhäusern seit 18. Mai, sofern die Abstandsregeln eingehalten werden können.  Kapazitätsgrenzen sollen nicht gelten.  Auch Bars haben geöffnet.

Thüringen will am 6.  Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen beenden. Damit würden landesweite Vorschriften zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen der Vergangenheit angehören.  Das Land hatte am 13. Mai mit dem „Ausstieg aus dem Totalstillstand“ begonnen – mit der Öffnung von Campingplätzen für Wohnwagen und Wohnmobile. Seit  15. Mai hat  auch das Gastgewerbe wieder geöffnet. Auch Freibäder dürfen wieder besucht werden ebenso Bars.
https://www.zusammengegencorona.de/

 

Unter Auflagen haben auch die Berliner Clubs inzwischen wieder geöffnet.  Museen und andere Einrichtungen sind  seit  7. Mai  offen, Restaurants seit dem 15. Mai, Hotels seit 25. Mai.

In Oberammergau wurden die Passionsspiele abgesagt, die bisher alle zehn Jahre stattfanden.  Neuer Premierentermin ist der 21. Mai 2022.
 
Deutsche Urlaubsziele büßen nach einer Hochrechnung der Tourismusberatung DWIF  in den Monaten März und April  24 Milliarden Euro Umsatz ein. Allein bei Übernachtungsreisen entgingen den Ferienzielen rund neun Milliarden Euro Umsatz.

Die Deutsche Bahn  hat den Zugverkehr nach Frankreich wieder aufgenommen. Am 11. Mai ist der erste ICE von Frankfurt über Saarbrücken nach Paris gefahren.

Baden-Württemberg hat den Betrieb an den Flughäfen Stuttgart, Karlsruhe/Baden-Baden und Friedrichshafen eingestellt. Die großen Drehkreuze Frankfurt und München sollen aber in jedem Fall offen bleiben.  Am Frankfurter Flughafen wurde die Nordwest-Landebahn gesperrt, um als Parkplatz für Lufthansa-Jets zu dienen.

Das Verbot von Busreisen durch die Bundesregierung und die ausgeweitete Reisewarnung bringt die Omnibusunternehmen in eine existenzbedrohende Situation. Abgesehen vom ÖPNV fallen so gut wie alle Einnahmequellen weg, gleichzeitig laufen Personalkosten und die Kreditzahlungen für die Busse weiter. Flixbus  hat am 28. Mai wieder den Betrieb aufgenommen. Bla-Bla-Bus will ebenfalls loslegen.

Der Autovermieter Hertz, zu dem auch Dollar und Thrifty gehören, nutzt den Chapter 11 im Konkursrecht und will nun mit den Gläubigern über eine Umstrukturierung verhandeln. Trotz der Insolvenz soll der Betrieb weiterlaufen. Schon Mitte März hatte Hertz angekündigt, die Hälfte seiner weltweit 20 000 Mitarbeiter zu entlassen. Die Geschäfte in Deutschland und Europa seien von der Insolvenz in den USA und Kanada nicht betroffen, heißt es.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können zum Teil unter Auflagen wieder öffnen.

Die Frankfurter Buchmesse soll in veränderter Form stattfinden.  Geplant sei, die Bücherschau vom 14. bis 18. Oktober 2020 auf dem Messegelände, dezentral in der Stadt und zeitgleich virtuell stattfinden zu lassen.

Auch die Freizeitparks öffnen wieder.  Im Europa-Park in Rust geht es seit 29. Mai  unter Auflagen und mit beschränkter Besucherzahl los.  Die Eröffnung des Parks, der Gastronomie sowie der Übernachtungsmöglichkeiten wurde „eng mit den Behörden abgestimmt“. Es wird kein Show- und Kinoprogramm geben, und die Wasserwelt Rulantica bleibt geschlossen. Jahreskartenbesitzer dürfen nur einmal im Monat den Park besuchen. Außerdem gibt es eine Begrenzung der Besucherzahlen mit Hilfe von tagesbasiertem Online-Ticketing.   Legoland Günzburg ist am 30. Mai in die neue Saison gestartet, wobei in der Anfangsphase die  Besucherkapazität auf 25 Prozent der eigentlichen Auslastung begrenzt wird und Mund- und Nasenschutz vorgeschrieben ist.  Der Besuch ist nur mit vorheriger tagesdatierter Reservierung möglich

Pandemic Footprint Wer wissen will, wie viel oder wie wenig er selbst zur Verbreitung des grassierenden Corona Virus beiträgt, kann seinen Einfluss mittels eines Tools berechnen. Anhand verschiedener Angaben wird eine Kennzahl zwischen 0 und 1000 errechnet – je geringer sie ausfällt, umso besser. Jeder einzelne kann dazu beitragen, die Pandemie einzudämmen, sind die Entwickler überzeugt:
www.pandemic-footprint.com/de/

Verbraucher Antworten und Tipps zu  aktuellen Verbraucherfragen rund um Corona, hat die Verbraucherzentrale NRW im Internet zusammengestellt: www.verbraucherzentrale.nrw/corona

Kreuzfahrt 

Mit am stärksten von der Corona Krise betroffen ist die Kreuzfahrt.  Alle großen Kreuzfahrtreedereien haben ihren Betrieb weitgehend eingestellt. Hafensperrungen und Quarantäne-Auflagen machen die Durchführung der gebuchten Routen so gut wie unmöglich. Als Konsequenz legen die meisten Reedereien ihre Flotte  zum Teil bis in den Juli hinein still. Die Lage kann sich kurzfristig jederzeit ändern.
Inzwischen machen sich Experten Gedanken, wie es weiter gehen soll mit der Kreuzfahrt. Der Fachjournalist Thomas P. Illles etwa bringt Kreuzfahrten ins Nirgendwo ins Gespräch: „Denkbar wären zum Beispiel vermehrte „Cruises to Nowhere„, also Reisen ohne Hafenanläufe – das Meer und das Schiff selbst werden zur Destination. Reedereieigene Inseln und Altersbeschränkungen könnten zukünftig ebenfalls eine grössere Rolle spielen, ebenso eine mögliche Nutzung von Teilen der Flotten als temporäre Hotelschiffe. Oder, falls operationell und wirtschaftlich sinnvoll durchführbar, „Mystery Cruises“, wo man aus der Not eine Tugend macht und die nötige Flexibilität in Sachen Dauer und Hafenanläufen als spezielles Erlebnis anbietet.“
Inzwischen hat Australien verkündet, dass es Kreuzfahrtschiffe bis Mitte September nicht anlanden lassen werde.

Nicht einmal die Flusskreuzfahrten bleiben verschont.

Mit einer Normalisierung des Urlaubsreiseverkehrs vor Ende Juni 2020 sei aufgrund der geltenden Einreisebestimmungen in den Kreuzfahrt-Zielgebieten nicht mehr zu rechnen, teilt Aida mit. Alle Reisen bis einschließlich 30. Juni werden nicht wie geplant stattfinden. Aida bietet Gästen, deren Reise im Zeitraum vom 8. März bis 30. Juni abgesagt wurde, ein Reiseguthaben mit einem Bonus in Höhe von zehn Prozent auf die bereits geleistete Zahlung. Das Guthaben kann bei Buchungen und Leistungen bis Ende 2021 eingesetzt werden. Kunden, die eine direkte Auszahlung wünschen, erhalten den Reisepreis zurück.  Vom Bund erwartet Aida ein Darlehen in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro.

MSC stellt den Kreuzfahrtbetrieb bis zum 10. Juli ein.

Der saudische Staatsfonds PIF  hat  sich in der Corona-Krise beim Kreuzfahrt-Konzern Carnival eingekauft. Der Fonds ist mit einem Anteil von gut acht Prozent neuer Großaktionär der Aida-Mutter.  Carnival Cruise Line will ab August wieder erste Reisen starten.  Allerdings sollen zunächst nur acht Kreuzfahrtschiffe ablegen. Der restliche Flottenbetrieb in Nordamerika und Australien bleibe bis zum 31. August ausgesetzt.

Costa setzt alle Reisen bis Ende Juni aus. Gäste  erhalten einen Gutschein und einen Vertrauens-Bonus von zehn Prozent auf die an Costa Kreuzfahrten geleisteten Zahlungen. Dieser Gutschein kann für alle Reisen bis einschließlich 31. Dezember 2021 genutzt werden, auch für bereits gebuchte Costa Kreuzfahrten. Gästen, die ihren Voucher und den Bonus nicht in Anspruch nehmen möchten, erstattet Costa Kreuzfahrten auf Wunsch den Reisepreis in Höhe der bereits geleisteten Zahlung.

Die Queen Mary 2 und die Queen Victoria von Cunard fahren bis einschließlich 31. Juli 2020 nicht. Da für die Queen Elizabeth ein stark verkürzter Aufenthalt in Alaska operativ nicht umsetzbar ist, wird ihre gesamte Alaska-Saison bis einschließlich 8. September abgesagt. Betroffene Gäste erhalten eine Gutschrift von 125 Prozent des bereits gezahlten Reisepreises, die sie bis Ende März 2022 einlösen können.

Voraussichtlich bis Mitte Juni pausieren alle Schiffe von Hapag-Lloyd Cruises.

Hurtigruten  pausiert bis zum 15. Juni. Die erste geplante Abfahrt erfolgt am 16. Juni mit der Finnmarken ab Bergen.

Mit den  Programmen für 2021 bis 2023  öffnet Norwegian Cruise Line  den Verkauf für Kreuzfahrten zu über 20 neuen Zielen auf allen Kontinenten.

P & O Cruises setzt die Fahrten bis einschließlich 31. Juli aus. Alle Gäste mit Abfahrten bis 31. Juli erhalten automatisch 125 Prozent Future Cruise Credits, die sie bis März 2022 einlösen können bei einer Buchung bis Ende 2021.

Seabourn verlängert die Reiseabsagen bis einschließlich 30. Juni.  Betroffene Gäste erhalten eine 125-prozentige Gutschrift in Form eines Future Cruise Credit, der für eine beliebige Kreuzfahrt bis zum 21. Dezember 2021 eingesetzt werden kann. Wer das nicht wahrnehmen möchte, bekommt den Reisepreis zu 100 Prozent zurückerstattet.

Silversea nimmt die Reisen frühestens Mitte oder Ende Juli wieder auf.  Gäste erhalten für ihre abgesagten Reisen eine Gutschrift über 125 Prozent des Reisepreises, der zwei Jahre gültig ist.

TUI will Kreuzfahrt-Belegung auf 1.000 Passagiere begrenzen.  Die Regelung soll zunächst bis 31. August gelten und ist Teil eines Gesamtkonzepts zur Wiederbelebung der Reiseaktivität. Außerdem soll es an Bord der Schiffe keine Selbstbedienung mehr geben, in den Theatern wird nur jeder dritte Platz belegt und die Kids Clubs dürfen von maximal zehn Kindern besucht werden. Allen Gästen mit Abreisetermin bis zum 31. Juli 2020 bietet die Reederei die Möglichkeit, bis spätestens fünf Tage vor Reisebeginn gebührenfrei umzubuchen.

Auch die Flusskreuzfahrt ist betroffen:  A-Rosa  plant wieder Flussreisen und will ab Mitte Juni wieder Reisen durchführen.

Nicko Cruises  will mit  Reisen auf der Donau sowie in Portugal, Frankreich, Kroatien, Russland und Asien ab Mitte Juni starten. Innerdeutsche Reisen  sind  ab Anfang Juni geplant.   Alle Um- und Neubuchungen bis 30. Juni mit Abreise bis zum 31.Dezember 2020 erhalten kostenlos das Nicko Sorgenfrei Paket.

Einreiseverbote 

Mehr als 70 Länder haben wegen Corona  für Deutsche eine Einreisesperre oder Quarantäneregeln verhängt, darunter die Türkei, Marokko und Neuseeland sowie die USA.  Deutschland selbst hat verstärkte Kontrollen an der Grenze zu Österreich, Frankreich, Luxemburg, Dänemark oder der Schweiz angekündigt. Reisenden ohne „triftigen Reisegrund“ werde die Einreise verweigert.

Ruhe für den Löwen: Südafrika gehört zu den Ländern, die ihre Grenzen dicht gemacht haben.

Europa

Die Kontrollen an der deutschen Grenze sind seit 16. Mai  gelockert.  Das gilt für einige Grenzen nach Österreich und an den Grenzen zu Luxemburg. Ein vollständiges Ende der wegen Corona eingeführten Kontrollen an allen europäischen Grenzen strebt das Bundesinnenministerium erst für den 15. Juni an.

Dänemark öffnet ab 15. Juni seine Grenzen wieder für Urlauber aus Deutschland, Island und Norwegen.  Urlauber aus den drei Ländern müssen allerdings dokumentieren, dass sie einen Aufenthalt gebucht haben, das heißt mindestens sechs Nächte in einem Hotel, Campingplatz oder ähnlichem. Ausgenommen von der Öffnung sind die Hauptstadt Kopenhagen und die Region Frederiksberg, wo es die meisten Covid-19-Fälle gibt.

Estland und Litauen haben die Grenzen wieder geöffnet – für Länder mit geringen Corona-Infektionsraten.

Finnland plant ab Mitte Juni eine vorsichtige Öffnung.

In Frankreich  dürfen ab Juni Restaurants, Parks, Gärten und Strände wieder öffnen.  Die Pariser Cafés dürfen allerdings nur im Außenbereich bewirten. Der Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich soll bis 24. Juli gelten. An den Grenzen sollen die Kontrollen ab 16. Juni entfallen.

Griechenland  will im Juli einen touristischen Neustart wagen. Die griechische Regierung will der Branche mit einem umfangreichen Geldpaket helfen.  Bereits am 15. Juni  soll es laut FVW Flüge aus dem Ausland nur nach Athen geben. Zum 1. Juli sollen auch alle Regionalflughäfen für Flüge aus dem Ausland geöffnet werden. Eine Coronavirus-Kontrolle werde es stichprobeweise an den griechischen Flughäfen nach der Landung aus dem Ausland geben.  Erstmals seit mehr als zwei Monaten konnten am 25. Mai alle Reisende vom Festland zu allen Inseln der Ägäis und des Ionischen Meeres sowohl per Fähre als auch per Flugzeug gelangen. Zudem wurden landesweit die Tavernen, Bars und Cafes wieder geöffnet.

Großbritannien  will voraussichtlich im Juni eine zweiwöchige Quarantäne für Reisende einführen, die in das Land kommen.

Italien will die Grenzen für Einwohner der EU ab 3. Juni wieder öffnen.   Südtirol öffnet  Lokale, Geschäfte und Hotels schneller als von der italienischen Regierung geplant. Seit  11. Mai sind Bars und Restaurants wieder geöffnet. Ab 25. Mai könnten Hotels und Seilbahnanlagen loslegen.  Kurz nach Pfingsten könnte für Deutsche Urlaub in Südtirol wieder möglich sein.  Österreich lasse Touristen zum Brenner durch, berichtet der Münchner Merkur, wenn sie Tirol „ohne Aufenthalt durchqueren und die Ausreise sichergestellt ist“.

Island will vom 15. Juni an alle ankommenden Passagiere am Flughafen Reykjavik einem Corona-Schnelltest unterziehen.  Das Ergebnis soll innerhalb eines Tages vorliegen, die Reisenden könnten in ihrem Hotel darauf warten, heißt es. Nur wenn der der Test positiv ausfällt, müssen sie 14 Tage in Quarantäne.

Noch gilt in Kroatien eine generelle Einreisesperre, aber das Land  bereitet derzeit sein Comeback als Urlaubsdestination vor.

Seit dem 1. Juni ist die Einreise nach Montenegro  für deutsche Staatsangehörige wieder uneingeschränkt möglich. Eine Quarantäne-Pflicht besteht nicht

Die Niederlande planen eine schrittweise Öffnung.  Restaurants, Museen und Kinos  können wieder besucht werden. Gastwirte, aber auch Kultureinrichtungen dürfen jeweils nur 30 Gäste empfangen. Alle Besucher, auch von Museen und Kneipen, müssen vorab reservieren.  Ab 1. Juli sind Lockerungen auch für den Tourismus geplant.  Dann dürfen Campingplätze und Ferienparks wieder die Tore öffnen.

Norwegen schottet seine Grenzen bis zum 20. August ab.

Österreich will am 15. Juni seine Grenzen wieder öffnen. Die Alpenrepublik gehört  neben Italien, Spanien, der Türkei und Griechenland zu den fünf beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen im Ausland. Die wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Hotels sind seit Ende Mai wieder geöffnet.  Angesichts niedriger Infektionszahlen lässt Österreich Mitte Juni die Maske fallen. Die Sperrstunde in der Gastronomie wird zum 15. Juni um zwei Stunden bis 1 Uhr ausgeweitet. Auch die Regel, dass höchstens vier erwachsene Personen an einem Tisch im Restaurant sitzen dürfen, soll dann hinfällig sein.

Abgetaucht: Die Bregenzer Festspiele wurden abgesagt.

Polen  hofft auf eine Grenzöffnung Mitte Juni.

In Portugal  sind die Infektionszahlen relativ gering, noch niedriger sind sie an der Algarve. Deshalb will sich die Urlaubsdestination schon im Juni wieder den Touristen öffnen. Den Airlines schreibt Portugal einen freien Mittelsitz vor, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.  Madeira  will ab 1. Juli wieder Touristen ins Land lassen und plant nach einem Artikel des britischen Fachportals „Travelmole“ einen kostenlosen Corona-Test bei der Ankunft. Alternativ sollen Touristen einen Negativ-Test vorweisen, der bei Einreise höchstens 72 Stunden alt sein darf.

Die  Schweiz  hat die Absperrungen an ihren Grenzen nach Österreich und Deutschland entfernt.  Die Grenzbestimmungen wurden gelockert. So sind unter anderem Familienbesuche zu wichtigen Feiern oder Beerdigungen oder Besuche bei Lebensgefährten im Nachbarland oder zur Versorgung von Tieren oder Gärten jenseits der Grenze erlaubt.

Slowenien öffnet die Grenzen für EU-Bürger.

Spanien  hatte für Einreisende ab  15. Mai 14 Tage Quarantäne verordnet. Ab 1. Juli soll diese Pflicht nicht mehr gelten.  Am 25. Mai wurden auf Mallorca, den übrigen Balearen-Inseln, den Kanaren und auch in zahlreichen Küstenregionen des Landes alle Strände wieder geöffnet – allerdings ohne Touristen. Weder Spanier noch ausländische Gäste dürfen an die Strände.  Ab 15. Juni  will sich das Land wieder für Touristen öffnen.  Ab 1. Juli sollen die großen Flughäfen der Kanaren – Teneriffa Sur, Lanzarote, Gran Canaria und Fuerteventura – wieder für internationale Flüge in Betrieb gehen.  Mit einem Feldversuch setzen die Kanaren nun noch ein weiteres Zeichen:  Als eine der ersten testen sie die neue Corona-Tracing App mit dem Ziel, Kontaktpersonen zu ermitteln. Die Verantwortlichen erhoffen sich dadurch, das Virus einzudämmen und den Tourismus zu reaktiveren. Neben der Errichtung eines spezialisierten Forschungszentrums in enger Kooperation mit der Welttourismusorganisation (UNWTO), und der Durchführung des ersten Covid-19 freien Ferienflugs soll dies zur Rückkehr in eine „neue Normalität“ beitragen.

Tschechien öffnet Grenze für deutsche Touristen ab 15. Juni

Die Türkei will Einreisende bei der Ankunft auf Corona testen. Die erste Teststation soll am 1. Juni am Flughafen Antalya ihren Betrieb aufnehmen. Ankommende Reisende müssten das Ergebnis nicht abwarten, sondern würden nur bei einem positiven Ergebnis in ihrem Hotel oder der angegebenen Anschrift kontaktiert. Welche Maßnahmen dann folgen, lässt die türkische Behörde offen.

Zypern öffnet die Flughäfen am 9. Juni. Passagiere aus Deutschland, die zwischen 9. und 19. Juni einreisen, müssen laut Auswärtigem Amt  beim Einchecken die Bescheinigung eines anerkannten Instituts mit sich führen, die einen negativen Covid-19-Test bestätigt und nicht älter als 72 Stunden alt sein darf. Ab 20. Juni entfällt diese Voraussetzung.

Schönes zum Schluss

Das irische Galway hatte sich mit viel Kunst und tollen Events auf das Kulturhauptstadtjahr vorbereitet. Nun kommt niemand. Und selbst der St. Patrick’s Day musste ohne die traditionellen Paraden und Feiern auskommen. Der finnische Illumationsküslter Kari Kola hatte zu diesem Anlass   „Savage Beauty” konzipiert.  Ein Licht-und Farb-Spektakel, das  die  Connemara Mountains in irisierende Farben taucht.  Galway 2020 macht das „Savage Beauty Artwork“ nun auf digitalem Weg zugänglich:  https://galway2020.ie/en/news/special-digital-edition-of-savage-beauty/

Magische Impressionen liefert Kari Kola mit seiner Licht-Kunst Savage Beauty. Bild (c) Cormac MacMahon

Hoffnung auf eine Wiederbelebung

Die Initiative rebuilding. travel  versammelt  führende Köpfe der internationalen Tourismusbranche,  um über die Zeit nach Corona nachzudenken. Es geht darum, praktikable Lösungen für die Wiederbelebung der Reise- und Tourismusbranche für „danach“ zu finden, wann immer das sein wird.

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