Nostalgia: Metaphern der Vergänglichkeit

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Er ist ein Schatzsucher mit der Kamera. Seine Schätze findet der in Xanten geborene Sven Fennema überall in Europa, wo Menschen gelebt haben und gegangen sind. Fennema ist auf der Suche nach verlassenen Orten, nach Stätten der Vergänglichkeit, Zeugen einer verlorenen Zeit. Der schwergewichtige und luxuriös aufgemachte Bildband „Nostalgia“ versammelt die Fotografien solcher „lost places“ in Italien. Es sind Bilder, die Geschichten erzählen, wie die Italienkennerin und Autorin Petra Reski gleich zu Anfang schreibt, suggestive Bilder, die den Betrachter hineinziehen in verfallende Paläste, in verrottende Pracht und verwaiste Krankensäle. Bilder, die ihm die Vergänglichkeit vor Augen führen auch anhand industrieller Hinterlassenschaften. Das ganze Buch ist menschenleere Bühne und gerade deshalb von einem fast magischen Zauber. Petra Reskis Geschichten und Zitate italienischer Dichter tragen das Ihre zu diesem Zauber bei, füllen sie doch die entleerten Bilder mit gespenstischem Leben, wecken Träume und Assoziationen. Man könnte sich verlieren in diesen Dokumenten einer verlorenen Zeit, blättert staunend durch die Seiten und wundert sich, wie schön Verfall sein kann.
Info: Sven Fennema, Petra Reski: Nostalgia – Orte der verlorenen Zeit,
Frederking & Thaler, 320 S., 98 Euro, http://www.frederking-thaler.de/titel-16186-nostalgia_157.html

 

 

Ein Kommentare
  • Vergänglichkeit
    März 16, 2016

    Wunderschöne Bilder… so könnte eine Welt aussehen, wenn wir, wenn die Menschheit nicht mehr da ist… faszinierend die Spuren der Vergänglichkeit zu sehen, wie schnell sie um sich greifen und wie schnell die Natur sich ihr Terrain zurückerobert…

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