Musterländle auf dem Berg: Burg Staufeneck

Sonne, Wein und einer einmaligen Küche. Jetzt weiß ich wieder, was ein Musterländle ist.” Lothar Späth

Was der ehemalige Baden-Württembergische Ministerpräsident, langjährige Geschäftsführer der Jenoptik und heutige Vorsitzende der Geschäftsführung der Investmentbank Merill-Lynch dem Hotel Staufeneck ins Stammbuch geschrieben hat, ist für die „Burgherren” Rolf Straubinger und Klaus Schurr wohl verdientes Lob.

Sonne, Wein und einer einmaligen Küche. Jetzt weiß ich wieder, was ein Musterländle ist.” Lothar Späth

Was der ehemalige Baden-Württembergische Ministerpräsident, langjährige Geschäftsführer der Jenoptik und heutige Vorsitzende der Geschäftsführung der Investmentbank Merill-Lynch dem Hotel Staufeneck ins Stammbuch geschrieben hat, ist für die „Burgherren” Rolf Straubinger und Klaus Schurr wohl verdientes Lob. „Wir sind von Null gestartet mit Erbpachtbetrieb. Jetzt gehört uns der ganze Berg,” sagt Rolf Straubinger. Er hat sein Scherflein dazu beigetragen und dem Staufeneck hoch über dem Tal der Fils schon 1991 einen Michelin-Stern erkocht. Aber auch Schwager Klaus Schurr hat seine Meriten. Der umtriebige Schwabe hat wider alle Einwände des Denkmalschutzes das Fünf-Sterne-Hotel auf dem Burgberg durchgesetzt. Jetzt ist Tag und Nacht Leben rund um den alten Burgturm, zwölf Monate im Jahr.
Auf Burg Staufeneck geben sich Geschäftsleute und Genießer die Klinke in die Hand. Tagungen und Familienfeste halten das 70-köpfige Team um Straubinger und Schurr auf Trab. Und der Laden brummt. „Wir haben immer so gekocht, dass das Haus brechend voll war,” erklärt Straubinger seinen Spagat zwischen Blutwurst und Gänseleber. Der 43-jährige Meisterkoch, der im Tantris und in der Traube Tonbach die hohe Kunst der Gourmetküche gelernt hat, will seine Wurzeln nicht verleugnen. Die schwäbische Küche inspiriert ihn etwa bei der Erbenssuppe mit Aal oder beim Filet vom heimischen Bauernrind mit Salzkristallen auf Püree von Kartoffeln und Entenleber, Markklößchen und geräuchertem Ochsenschwanz. Dass die regionale Küche inzwischen „der Renner” ist, bestätigt den Maitre auf seinem Weg. Und er denkt demokratisch: „Bei mir ist keiner gezwungen teuer zu essen.” Auch mit einem Hauptgericht für 21 Euro sei der Gast „gut bedient”.
„Internationale Ausrichtung, schwäbische Wurzeln” ist die Devise auf Burg Staufeneck. Nur beim Fischmenü, auf das der 1997 zum Fischkoch des Jahres gekürte Straubinger besondere Sorgfalt verwendet, überwiegt das Internationale. Schließlich kommen im Ländle nicht jeden Tag Jakobsmuscheln auf den Tisch oder „Bretonischer Sankt Petersfisch auf gegrillten Pimentos, Salat von geschmorten Sepia mit Stauensellerie, Fenchel und Artischockensüppchen”. Die Weine dazu kredenzt Sommelier Schurr aus einem gut bestückten Weinkeller mit rund 700 verschiedenen Tröpfchen. Aus seiner Vorliebe macht er kein Hehl:„Wir empfehlen deutsche Weine.”
Neben Festen und Tagungen ist das Catering ein wichtiges Standbein für Schurr und Straubinger. „Wir machen alles,” begründet der Macher Schurr die Erfolgsgeschichte. „Unser Ziel war, die Burg zu finanzieren.” Schließlich habe man in den letzten Jahren rund zehn Millionen Euro investiert und trüge auch „soziale Verantwortung” für die teils langjährigen Mitarbeiter. Schurr ist stolz auf den Mitarbeiterstamm und er gönnt den Leuten auch neue Erfahrungen. Es gibt einen Austausch mit Frankreich und Südafrika („Das ist für unsere Leute das Geilste”) und im Winter können Interessierte in Oberlech aushelfen. Schurr hat zwar Familie ­ seine Frau ist die Schwester von Rolf Straubinger, die zwei Töchter mögen den Hotelbetrieb ­ aber er ist fast rund um die Uhr für Burg Staufeneck im Einsatz. „Der Betrieb ist momentan mein Hobby”. Schon deshalb, weil eine neue Erweiterung geplant ist.
Im ehemaligen Anselm-Schott-Haus, dort wo der Benediktiner geboren wurde, dessen Name zum Synonym für das katholische Messbuch wurde, sollen zwischen Fachwerkbalken sechs komfortable Hotelzimmer entstehen. Gerade erst hat der Denkmalschutz nach langem Tauziehen eingelenkt und Klaus Schurr ist zufrieden. „Wichtig ist, dass der Mensch an sich selber glaubt,” verrät der gelernte Kommunikationselektroniker sein Erfolgsrezept. In Zukunft werden noch mehr Gäste auf dem Burgberg gut essen und ruhig schlafen können.
Auch Rolf Straubingers Ehrgeiz ist es, niemanden wegzuschicken. „Wir sind hier am Arsch der Welt. Wer zu uns kommt, soll auch bekommen, was er sucht” ­ vom rustikalen Scheunenbrunch bis zum raffinierten Fischmenü. Doch auch wenn er mit großem Ehrgeiz am Herd steht, auch wenn er stolz auf Stern und Hauben ist, die Familie will Rolf Straubinger nicht vernachlässigen. Frau und zwei Kinder sind ihm wichtiger als ein zweiter Stern. Auch darin ist der Schwabe Straubinger musterhaft.

Burg Staufeneck, 73084 Salach, Tel.07162/933 440 , Fax 4455, E-Mail:
info@burg-staufeneck.de, Internet: www.burg-staufeneck.de
Verwöhnwochenende: 384 € pro Per son für zwei ÜF im DZ, Benutzung des Wellnessbereichs , Vitamincocktail und Kürbissuppe, Vier-Gang-Fischmenü inkl. Aperitif, Two-in-One-Menü inkl. Aperitif (zehn Gerichte in fünf Gängen)
30 Minuten Massage.
Ein kleines Menü kostet 68, das Fischmenü 81 €..

Es gibt bisher keine Kommentare.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.