Mit der Gold-Rosi in der Küche

So wünscht man sich eine Buchvorstellung: Zwei Autoren, die bereitwillig alles mitmachen, jede Position fürs Foto einnehmen, jede Frage beantworten. „Für uns ist das eine Herzensangelegenheit“, sagt Christian Neureuther, und Rosi Mittermaier, die  Gold-Rosi,  nickt dazu. Bei der Pressekonferenz zu ihrem Buch „Mit Rosi und Christian in Südtirol“ im Kochstudio der „meine Familie und ich“- Redaktion hatten die beiden kaum Zeit zum Essen, so neugierig waren die Journalisten.

Eine Küche, in der auch Reste Verwendung finden

Dafür erfuhren die Gäste nicht nur, dass die Rosi bei den Recherchen fürs Buch einen Bandscheibenvorfall hatte und dass der Christian in der Küche „nicht mal zum Handlanger“ taugt, sie bekamen auch mit, mit welcher Begeisterung die beiden Ski-Legenden am Werk waren und dass es in dem Buch nicht darum ging, die besten Rezepte zu sammeln, sondern die Alltagsküche Südtirols kennenzulernen: Einfache Rezepte, eine Küche, in der auch Reste ihre Verwendung finden. Für die „Nachkriegsgeneration“, so Christian, sei es immer noch wichtig, dass möglichst nichts weggeworfen wird.
Und so haben sich die beiden zusammen mit dem Fotograf Christjan Ladurner durch Südtirols Küchen gegessen, auf Hütten und in Restaurants, haben die 80-jährige Mutter des Fotografen ebenso besucht wie den Sternekoch. Und das, obwohl „die Rosi bei Gourmetköchen eher nicht zu Hause ist“, wie Christian verrät.

Die Buchweizenknödel werden mit der Hand geknetet

Dann schon eher bei Paul Grüner, dem „wuiden Hund“ vom Schnalstal, der mit den beiden nach München zur Buchvorstellung gekommen ist. Groß ist der Paul, viel größer als der Christian. Und in Südtirol hat er es ganz hoch hinauf geschafft – mit einer Hütte auf 2845 Metern Höhe, wo er die wohl höchstgelegene Sauna Europas betreibt und seine Gäste auch mit einer Knödelvielfalt verwöhnt, die ihresgleichen sucht. Deshalb gibt’s bei der Buchvorstellung auch Buchweizenknödel, die der Paul mit der Hand knetet ganz so, wie es sich gehört. Die Teighände kann man ja wieder waschen. Beim Knödelformen darf der Christian Hand anlegen. Das klappt schon ganz gut und lässt ein bisschen daran zweifeln, dass Rosis Mann wirklich so ungeschickt in der Küche ist wie er sagt… Für den Paul sind die Buchweizenknödel „das Beste, was man mit altem Brot machen kann“.
Wer’s nachmachen will:
Man braucht dazu ½ Kilo Brot, 4 Eier, 1 große Zwiebel, etwas Öl und Wasser. Aus dem Teig lassen sich acht bis zwölf Knödel formen, die im sprudelnden Wasser gekocht und mit Krautsalat serviert werden.

Die Gold-Rosi ist immer noch weltbekannt

Während Christian seine Knödel rollt, erzählt er, dass es für manche Köche „schon ein Schock“ war, wenn die Rosi zur Tür reinkam. So bekannt ist die Gold-Rosi immer noch. Und dass man beim Kochen Freundschaften geschlossen habe. „Es stimmt halt,“ ergänzt die Rosi, „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“. An die „Herzenswärme“ der Gastgeber denken beide gerne zurück.
Dann erinnert sich der Christian an den alternativen Aussteiger, der „total vegan“ kocht und die Kräuter für sein Pesto in den Bergwiesen findet. „Toll“, sei das, sagt der Oberbayer Neureuther, „aber des vegane Würstel könnt’s vergessen“.
Schließlich rührt die Rosi ihren Blaubeerdatschi an, eigentlich mehr ein Pfannkuchen. Warum es Datschi heiße, wo doch in Augsburg der Zwetschgendatschi ein Hefeteig ist? Die Rosi guckt etwas ratlos. „Datschi“ habe schon ihre Mutter zu dem Gericht gesagt, „vielleicht weil’s zusammengedatscht wird“.
Wer’s ausprobieren will:
Man braucht 250 ml Milch, 120 g Mehl, 2 Eier, 1 Prise Salz, 250 g Blaubeeren, 4 EL Butter zum Rausbacken, Zucker.
Aus Milch, Mehl, Eiern und einer Prise Salz rührt die Rosi einen dünnen Pfannkuchenteig. Die Blaubeeren werden vorsichtig untergehoben. Dann wird die Butter in einer Pfanne erhitzt, und die Rosi gießt mit einem Schöpflöffel handtellergroße Datschi in die Pfanne, die von beiden Seiten gebacken und dann gezuckert werden.

Ein Prosit auf den Erfolg des Buches

Zum Probieren hat Christoph Fischer aus Kaltern drei Weine mitgebracht, einen Weißburgunder, einen roten Kalterer See und einen Goldmuskateller. Da sagen auch der Christian und die Rosi nicht nein und stoßen mit den Verantwortlichen des Südtiroler Raetia-Verlags auf den Erfolg ihres Buches an.
Info: Rosi Mittermaier/ Christian Neureuther,  Mit Rosi und Christian in Südtirol, Raetia, 245 S., 28 Euro, www.raetia.com/de

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