Ein guter Geist

Lars ist elf Jahre alt und grade aus dem Kinderheim abgehauen. Er will zu seiner Mutter, irgendwie. Doch das ist nicht so einfach. Womöglich ist sie weit weg, in Indien. Zumindest kam ihr letzter Brief von dort. Wäre da nicht der seltsame Alte namens Kol, wäre Lars‘ Abenteuer schon auf der nächsten Straße zu Ende gewesen.
Doch Kol nimmt sich des Jungen an, von dem er seltsamerweise so ziemlich alles weiß. Und er verspricht Lars, ihm bei der Suche nach seiner Mutter zu helfen, die nach Indien ging, um ihre Drogensucht in den Griff zu bekommen. Bevor sie sich auf den Weg machen, aber muss Kol seinen Schützling davor bewahren, wieder ins Heim zurückgebracht zu werden. Und ehe sich’s Lars versieht, ist er in Rom gelandet – im Flug., aber nicht im Flugzeug. Denn Kol verfügt über magische Kräfte.
Eigentlich sollte Lars‘ Mutter Tama hier in Rom sein, bei einer Roma-Gruppe. Auf der Suche nach ihr lernt Lars Kinder kennen, die auf auf Diebestour geschickt werden und den Boss, dem sich niemand entgegen zustellen traut. Doch seine Mutter ist schon wieder verschwunden.
Zusammen mit dem Roma-Mädchen Suni flieht Lars aus dem Roma-Lager und setzt die Suche fort. Neben der cleveren Suni und Kol mit seinen magischen Kräften kommt ihm dabei auch Aarian zuhilfe, ein Iraner, der schon mal eine Art Stiefvater für den vaterlosen Jungen war. Tama und er waren eine Zeitlang ein Paar.
Die Suche führt die ungleichen Helfer schließlich doch noch nach Indien, wo sie alle ihre Fähigkeiten mobilisieren müssen, um Tama aus den Fängen eines skrupellosen Guru zu retten. Aber auf Kol ist Verlass, und am Ende kommt Lars doch noch zu einer richtigen Familie und sogar zu einem eigenen Haus. Kol hat Aarian und Tama das alte Schulhaus geschenkt, in dem er Lars das erste Mal Unterschlupf gewährt hat. Und Suni wird auch da wohnen.
Allerdings wird Lars fortan auf die Hilfe des alten Mannes verzichten müssen. „Ich habe euch den Weg gezeigt,“ sagt Kol zum Abschied, „Gehen müsst ihr ihn selbst. Ich habe nur geholfen, wenn die dunklen Mächte zu stark wurden.“
So einen guten Geist, wie ihn Lukas Hartmann in dem spannenden Abenteuerroman „Mein Dschinn“ heraufbeschwört, würden sich viele wünschen. Wäre doch toll, wenn man in Notsituationen auf magische Hilfe hoffen könnte! Doch Hartmann zeigt auch, wie wichtig es ist, Freunde zu haben, denen man vertrauen kann. Wenn alle zusammen helfen, kann man die schlimmsten und gefährlichsten Situationen überstehen. Dann kann selbst ein kleiner Junge Großes leisten.
„Mein Dschinn“ ist ein zauberhafter Roman über die Sehnsucht eines Kindes und die Suche nach einer Familie über alle Grenzen hinweg.

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