TO DO: Tourismus mit Verantwortung

Handgemacht heißt Awamaki auf Deutsch. Entsprechend geht es bei dem Projekt in erster Linie um Handarbeit, die den Frauen ein Einkommen sichert. Bild (c) Awamaki

Alle Jahre wieder zeichnet der Studienkreis für Tourismus auf der Internationalen Tourismusbörse Projekte aus, die beispielhaft sind für „sozialverantwortliche und damit ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftlich nachhaltig wirkende Formen des Tourismus“.  TO DO heißt das Motto, man könnte es mit „einfach machen“ übersetzen.  In diesem Jahr gehen die Preise im internationalen Wettbewerb TO DO an Projekte in Peru und Indien.

Der 13-köpfigen Fachjury des zum 24. Mal ausgeschriebenen Wettbewerbs lagen 19 Anmeldungen aus 16 Ländern vor – überwiegend aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Nachdem die Jury die beiden Siegerprojekte nominiert hatte, schickte der Studienkreis Experten vor Ort, um die Projekte zu begutachten. Danach erst wurden die Initiatoren verständigt. Am 7. März werden die Preise an die Projektvertreterinnen und -Vertreter aus Peru und Indien verliehen. Und das sind die ausgezeichneten Projekte:

„Awamaki“ (Peru)

Auch für nachhaltigen Tourismus bietet das Projekt Chancen. Bild (c) Awamaki

In der Sprache der indigenen Andenbevölkerung bedeutet „Awamaki“ handgemacht. Die Vereinigung „Awamaki“ entstand 2009 mit dem Ziel, die handgearbeitete Textilien und Kunsthandwerk fair zu vermarkten, die indigenen Frauen in ihrer beruflichen Selbstständigkeit zu unterstützen und den kleinen Betrieben den Zugang zum globalen Markt zu ermöglichen. Awamaki fördert aber auch nachhaltige Tourismusprojekte in den Gemeinden und bietet ein vielfältiges Programm: Neben geführten Trekkingtouren werden unterschiedliche Kurse angeboten. Der Tourismus soll dabei helfen, den Menschen ein zusätzliches Einkommen zu verschaffen und die Abwanderung der Bevölkerung zu bekämpfen. „Awamaki“ wird inzwischen von anderen Regionen und Organisationen als Modell für sozialverantwortlichen Tourismus gesehen: https://awamaki.org/

„Open Eyes“ (Indien)

Stolz auf Handgemachtes sind diese Frauen. Bild (c) open eyes

2011 wurde in Delhi die Reiseagentur „Open Eyes“ gegründet, die sich als „Social Enterprise“ versteht und dabei helfen soll, die Augen für neue Perspektiven im Land zu öffnen. Mit „Women in Tourism“ werden beispielsweise neue Jobs im Tourismus geschaffen, was vor allem Frauen, darunter auch Blinden, zugute kommt. Die Organisation organisiert und finanziert die entsprechende Ausbildung. Das touristische Angebot konzentriert sich auf New Delhi, Jaipur und Jageshwar. Es umfasst Wellnessangebote, Ausflüge sowie geführte Stadttouren, etwa zu Märkten und in die Stadtviertel von Delhi. Darüber hinaus wird ein Café in Agra betrieben – von Frauen, die Opfer eines Säureattentats wurden. Die Projekte zeigen bereits Wirkung: Die Einkommen der Frauen konnten erheblich verbessert werden – um 25 Prozent und mehr: openeyesproject.com/en/

Beide Projekte erfüllen alle Kriterien des TO DO  – Wettbewerbs, den der  Studienkreis für Tourismus und Entwicklung e. V.  seit fast einem Vierteljahrhundert ausschreibt. Die Ehrung auf der ITB nehmen Vertreterinnen und Vertreter der Projekte entgegen. Die Festrede und Laudatio wird Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, halten.

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