Schatzkästlein im Superski-Gebiet

Im Chesa Guardalej bilden neun Häuser ein Hotel – Ziel für Sportler und Feinschmecker
Den Blick, den der Name Chesa Guardalej verspricht, gibt es schon lange nicht mehr. Das Haus Seeblick steht nicht mehr in der ersten Reihe, zu sehr ist Champfér bei St. Moritz gewachsen, bis hinunter ans Seeufer. Doch die Hotelgäste können den Verlust verschmerzen, entschädigt sie doch der Blick auf den mächtigen Brocken des Corvatsch auf der einen oder auf den kantigen Piz Nair auf der anderen Seite. Die zimmereigenen Terrassen oder Balkone sind eine Besonderheit dieses ohnehin besonderen Hotels.

Das Chesa Guardalej ist zwar ein Hotel, besteht aber aus neun Häusern, die durch unterirdische Gänge miteinander verbunden sind. So mancher Ankömmling verirrt sich erst mal in diesem Labyrinth von Treppen und Gängen. Doch schon bald erschließt sich dem Gast die innere Logik dieser Verschachtelung. Jedes Haus hat seine eigene Grundfarbe. Eines ist rot, das Nachbarhaus blau. Der "Hauptkorridor" mittendrin ist nicht nur Ladenpassage mit Skishop und Geschenkboutique, sondern auch Ausstellungsfläche. Jeden Monat präsentiert ein anderer Künstler seine Bilder. So wird der lange Gang zum kurzweiligen Bummel.
95 Zimmer und 165 Betten gibt es in den neun Häusern. Besonders schön sind natürlich die Suiten, die nach den beiden Bergriesen heißen, zu deren Füßen sich Champfér ausbreitet. Der kleine Erker in der Corvatsch-Suite wirkt einladend wie das Schlafzimmer mit der großen Terrasse und das Bad in grün. Spluga verde heißt der Stein, aus dem Boden und Fliesen sind, eine Art Schweizer Marmor in sanften Grüntönen. Auch in der Corviglia-Suite macht der Spluga verde den Charme des Bades aus und vom kleinen Balkon hinter dem Schmiedeeisen-Gitter fällt der Blick direkt auf die weißen Hänge der Corviglia.
Es ist das sagenhafte Skigebiet von St. Moritz, das Champfér zu einem beliebten Winterziel macht und das Chesa Guardalej mit Wintersportlern füllt. Das und die herrlichen Loipen am und über den Silvaplaner See. Die Gäste, die hier Urlaub machen, brauchen keinen Promi-Rummel. Und wenn sie ihn haben wollen, bringt sie der Hotelbus in fünf Minuten nach St. Moritz oder an die Talstation des Corvatsch.
Zum Schlemmen müssen Gourmets nicht fremd gehen. Gleich drei Restaurants wetteifern um die Gunst der Feinschmecker. In der gemütlich-rustikalen "Stüva da Postigliun" im Engadiner Stil kommen Bündner Spezialitäten auf den Tisch. Hier haben die Einheimischen ihren Stammtisch und dank der Touristen geht ihnen der Gesprächsstoff nie aus. Italienische Küche vom Feinsten gibt es im Restaurant Diavolo, wo die aufwändigen Reliefdekors an den Jugendstil erinnern und die italienischen Kellner Dolce-Vita-Stimmung verbreiten. Einladend wirkt das Restaurant Jenatsch mit den sonnig gelben Tischdecken. Hier genießen die Hotelgäste, umsorgt von aufmerksamen Mitarbeitern, fein komponierte Menüs nach Art von Küchenchef Christian Ott. Der Mann aus Trier zaubert in der gerade erst für 1,6 Millionen Franken umgebauten Küche nicht nur ein Dessertbüfett der Extraklasse, sondern auch ausgefallene Süppchen und feine Fleisch- und Fischgerichte. Der passende Wein dazu kommt aus einem gut sortierten Weinkeller, dem Stolz von Hotelier Andreas Haag, der seine Gäste gern per Handschlag begrüßt. Zu Hoch-Zeiten lagern in dem Keller 10 000 Flaschen, ein "Querschnitt durch die Weine der Welt" (Haag).
Fitness-Raum, Swimming-Pool, Indoor-Putting-Green, großzügiger Kinderbereich ­ alles da. Nur die Saunalandschaft ist etwas klein und dunkel geraten. Aber das weiß der Hoteldirektor natürlich und deshalb soll auch hier bald erweitert, verschönert und aufgehellt werden.
‹zz-info›
Chesa Guardalej, Ch-7512 Champfér- St. Moritz, Tel. 0041/81/8366300, Fax 01, E-Mail: info@cheas-guardalej.ch. www.chesa-guardalej.ch ÜF im DZ pro Person 235 Franken (157 ¤), in der Suite 380 Franken (253 ¤). Abendmenü 55 Franken (37 ¤). Arrangement Engadiner Winterpause: Drei Tage HP im DZ, Hüttenabend mit Nachtskiabfahrt pro Person 540 Franken (360 ¤). Der Bustransfer ist ebenso kostenlos wie der Parkplatz in der Tiefgarage.

Ein Kommentare
  • steinmetz
    Mai 14, 2007

    Spluga Verde ist keine art marmor sondern gehört zu den Quartziten (Granite). kommt in Italien und der Schweiz vor.

    — steinmetz

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