Post-Holiday-Syndrom: Was steckt dahinter?

Meist ist die Vorfreude auf den Urlaub riesig. Allerdings sind die Ferientage oft getrübt, denn zwei Drittel der Deutschen, die in Büros arbeiten, können im Urlaub nicht abschalten. 66 Prozent sind laut einer YouGov-Studie mit dem Kopf noch bei der Arbeit oder arbeiten auch im Urlaub. Und nach dem Urlaub folgt nicht selten ein Stimmungstief namens Post-Holiday-Syndrom. Damit beschäftigt sich ein brandneuer Report von TUI.

Zurück im Alltagsstress

Demnach ist die Erholung nach wenigen Tagen wieder dahin und die Heimkehrer sind zurück im Alltagsstress. Selten, heißt es, sei die Motivation zur Arbeit zu gehen, geringer als nach dem Urlaub. Das Post-Holiday-Syndrom befalle Auswertungen zufolge rund zwei Drittel aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Die Folge seien Angst und Gereiztheit, Konzentrationsmangel, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und schlechte Laune.

Abschalten kaum möglich

Dass immer mehr Deutsche unter dem  Post-Holiday-Syndrom  leiden liege auch daran, dass es nur die wenigsten schaffen, Berufliches und Privates zu trennen.

Laut Statist sind rund 30 Prozent aller Arbeitenden auch außerhalb der regulären Arbeitszeit für berufliche Angelegenheiten erreichbar, nur 15 Prozent schafften es, nach der Arbeit komplett abzuschalten. Verstärkt werde das noch durch die Pandemie und die damit verbundenen Homeoffice-Regelungen. Für 66 Prozent sei ein Abschalten im Urlaub „schier unmöglich“.

Keine Depression

So beunruhigend das Post-Holiday-Syndrom auch ist, es dürfe nicht mit einer Depression verwechselt werden, heißt es in dem Report. Denn das Stimmungstief nach dem Urlaub sei „lediglich eine temporäre Erscheinung. In der Regel verschwinden die Symptome innerhalb weniger Tage“.

Tipps gegen den Urlaubsblues

Wer das Post-Holiday-Syndrom von vornherein vermeiden will, für den hat der TUI-Report sieben (nicht ganz uneigennützige) Tipps:

 Problem ständige Erreichbarkeit

Die ständige Erreichbarkeit im Urlaub führt zu Stress und verhindert die Entspannung, heißt es warnend in dem Report. Die Erreichbarkeit aus dem Homeoffice übertrage sich auf den Urlaub. Als Gründe für die ständige Erreichbarkeit würden unter anderen Erwartungen von Kunden und Arbeitgebern sowie wichtige Projekte, aber auch die hohen Ansprüche an sich selbst genannt.

Kaum Grenzen zwischen Arbeit und Urlaub

Dieser Druck führe schon vor dem Urlaub zu Belastungen – 45 Prozent hätten angegeben, sich schon vor Urlaubsbeginn gestresst zu fühlen. Dazu komme, dass die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit immer mehr verschwimmen. Laut einer Umfrage von Cisco wollten knapp 24 Prozent der Befragten auch im Sommerurlaub 2022 E-Mails und Chats lesen, 15,4 Prozent sogar auf Nachrichten antworten.

Wunsch nach mehr Urlaub

Laut einer Studie von SD Worx, einem Anbieter für HR- und Payroll-Lösungen, benötigen die Deutschen rund zwei Wochen, um sich erholt zu fühlen. Briten gelingt das demnach schon nach knapp acht Tagen, während Finnen 34 Urlaubstage brauchen. 37 Prozent der Europäer seien bereit, unbezahlten Urlaub zu nehmen, wenn sie ihre Urlaubstage aufgebracht haben.78 Prozent der Deutschen sind laut einer Studie von Glassdoor (hier können Unternehmen von Mitarbeitern bewertet werden) unzufrieden mit ihrer Anzahl von Urlaubstagen. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es sogar 83 Prozent. Aber: 30 Prozent der Deutschen haben im vergangenen Jahren ihren vollen Urlaubsanspruch nicht ausgeschöpft – oft wegen zu vieler Arbeit.


Rund 60 Prozent der Befragten sprachen sich für ein Umdenken beim Urlaubsmodell aus. Die Hälfte der Studienteilnehmer könnte sich unbegrenzten Urlaub vorstellen. Doch das könnte zu höherem Druck auf Mitarbeitende führen und damit zu einem größeren Burn-out-Potenzial. Und, egal wie lang der Urlaub dauert, irgendwann geht‘s doch wieder zurück in den Alltag.
Den  vollständigen Report gibt es unter  www.tui.com/post-holiday-syndrom/

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