Erik Arnecke, Aufsteiger des Jahres: „Ich bin eher der rustikale Typ“

Frankenberg Chefkoch Erik ArneckeEr ist sich nicht zu fein, um bei der Garnitur des Hauptgerichts selbst Hand anzulegen. Erik Arnecke ist zwar Chefkoch im Hotel Sonne in Frankenberg/Eder. Aber er schätzt auch die Teamarbeit. An dem Abend, an dem wir seine ausgezeichnete Küche testen durften, erfuhr er, dass der 32-Jährige mit dem einnehmenden Lächeln, dass er vom Feinschmecker zum Aufsteiger des Jahres gekürt wurde. Die Auszeichnung ist für ihn Ansporn auf seinem Weg weiter zu gehen, sagt der junge Koch.
Seine Ausbildung hat er im Autohof Uhrsleben in Sachsen-Anhalt gemacht. Über renommierte Stationen wie das Ritz Carlton Wolfsburg, das Fährhaus auf oder das Résidence in Essen kam er ins Relais & Chateau Haus Die Sonne Frankenberg. Seit Februar gibt er hier den Ton an mit dem Ziel, den Gästen natürlichen Genuss zu ermöglichen.
Angefangen hat Arnecke, der schon als Schüler Koch werden wollte, in der gutbürgerlichen Küche, ehe er in seiner Bundeswehrzeit auf Sardinien im Pilotenkasino mit anderen Rezepturen konfrontiert wurde. „Da kam ich weg vom Kirchturmdenken,“ sagt er und erinnert sich, dass er am Anfang noch sehr schüchtern war. Doch nach der ersten Station in Wolfsburg ging’s bergauf. Frankenberg und das noble Relais & Chateaux Hotel sieht er als „gute Plattform, mich selbst zu verwirklichen“.
Und da hat der junge Koch klare Vorstellungen. Die Gäste sollen nachvollziehen können, was sie auf dem Teller haben. Arnecke mag es so natürlich wie möglich, will aber trotzdem mit seinen Kreationen auch überraschen. Berührungsängste kennt er nicht. So wie bei der Küchenparty will er die Gäste mitnehmen auf eine kulinarische Reise. Da korrespondiert im aktuellen „Menü nördlich“ zum Beispiel das „Duett von der Meerbrasse“ mit „glasiertem Bauch & gebackener Tasche vom Angler Sattelschwein“, die „sautierte norwegische Jakobsmuschel“ mit dem „Onglet von friesisch Ox“. Zu Beilagen und Dekoration macht die Speisekarte keine großen Worte. Arnecke hält nichts von Küchenpoesie, er setzt auf aussagekräftige Stichworte: Zucchini / Bronzefenchelblüte / Aprikosen / Lardo heißt es da etwa kurz angebunden.
Und was sind seine Lieblingsgerichte? Der Aufsteiger des Jahres lacht. „Ich bin da eher der rustikale Typ“, gesteht er. Grünkohl möge er gerne, auch eine Wachsbohnensuppe. Auch das müsse gut gemacht sein. Ein bisschen liegt die Vorliebe fürs Rustikale wohl in der Familie. Einer der Großväter war Bäcker, der andere Metzger. „Wenn geschlachtet wurde, bin ich als Kind um halb fünf Uhr morgens aufgestanden und habe Blut gerührt“, erinnert sich der Chefkoch. Auch das hat ihn geprägt. Bis heute ist er am liebsten nah dran an dem, was er verarbeitet. Und wenn ihm sein anstrengender Beruf Zeit lässt, sammelt er auch mal Pilze oder Kräuter, um den Gästen die Natur schmackhaft zu machen.
Auch die Testesser des Guide Michelin wissen Arneckes Engagement zu schätzen. Sie adelten den Küchenchef und das Gormetrestaurant Philipp Soldan mit einem Stern.

 

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