Vergütungsregeln: Eine unendliche Geschichte

Es sei „überall das gleiche mit den Freien“ klagte Michael Anger, Vorstandsmitglied im Deutschen Journalisten Verein (DJV), bei der Hauptversammlung der VDRJ: „Es gibt Vereinbarungen und es wird versucht, sie zu umgehen.“ Anger sprach über die gemeinsamen Vergütungsregeln, die seit 1. Februar 2010 die Mindesthonorare für freiberufliche Journalisten verbindlich regeln sollen. Und man sieht: Es ist eine unendliche Geschichte.
Denn: Diese Gemeinsamen Vergütungsregeln sind laut Anger „mehr als eine Empfehlung, sie konkretisieren Gesetzesrecht, gelten in ganz Deutschland und müssen von Gerichten bei Urteilen herangezogen werden“. Nach diesen Regeln dürfe „nirgendwo für die Zeile (37 Zeichen) weniger als 47 Cent gezahlt werden“. Nur, fragt der Vortragende etwas ratlos, wer hält sich dran. Der Erfindungsreichtum der Verlage, diese Vereinbarungen zu umgehen, sei bewundernswert. Und laut einer Umfrage aus 2012 sind die Unterschiede immer noch riesig. So gäbe es etwa 
in Weiden zehn Cent
In Bayreuth 20 Cent
und bei der Süddeutschen Zeitung 1,39 Cent. 
Ähnlich unterschiedlich sei das Honorar für Fotos, das nach einer Schlichtung zwischen 19,50 und 75,50 Euro liegen müsse. In Ansbach aber würden beispielsweise weiterhin 5,11 Euro bezahlt. Immerhin hätten 94 Verlage den gemeinsamen Vergütungsregeln für Fotos zugestimmt. Die Süddeutsche Zeitung und die Kieler Nachrichten hätten ihr Honorar entsprechend angepasst, konstatierte Anger zufrieden. Das damit erworbene Recht am Foto gelte am Erscheinungstag für das Verbreitungsgebiet der Zeitung. 
Auch bei Zeitschriften sieht der DJV-Mann Handlungsbedarf. So läge das Zeilenhonorar bei 0,50 bis 1,50 Euro, das Seitenhonorar zwischen 42 und 126 Euro, der Tagessatz bei 390 Euro. Nach den Berechnungen des DJV allerdings müsste dieser Satz auf bis zu 800 Euro steigen, um den Arbeitsaufwand realistisch zu bezahlen. An eine rasche Einigung glaubt Anger nicht: „So ein Jahr wird das schon noch dauern“, glaubt er. 
Wichtig ist ihm, dass die Journalisten für ihre Rechte eintreten. Bei zwei Fällen, die vor Gericht verhandelt wurden, habe es schon ordentliche Nachzahlungen gegeben, auch ein dritter Fall habe Aussicht auf Erfolg. Ohne Verbandsklagerecht sei der DJV auf die Initiative der einzelnen Journalisten angewiesen. „Wir brauchen Siege vor Gericht.“
Mehr zum Thema unter  http://www.djv.de/startseite/info/beruf-betrieb/freie.html  
Ein Kommentare
  • JooSeong
    Februar 14, 2013

    Na ja, Marseille hat auch seine Lücken und Ungepflegtheiten. Wahrscheinlich beeindruckte aber die nord-afrikanische Nähe, die ja politisch aktuell und kulturfähiger ist.Da wird die rasante Entwicklung bei der Restauration von Bordeaux in den letzten 7 Jahren als zu snobistisch angesehen, was dann eine solche Situation am Bahnhof vielleicht unterstreicht. Aber nicht erklärt. Denn das Gesamtbild ist schon beeindruckend. Aber Bordeaux sieht man in Frankreich immer schon als arrogant und überheblich an. Meiner Meinung nach zu Unrecht. Denn Paris hat sich immer gen Norden, Westen und Osten gewandt, Bordeaux mit seiner hohen (und teuren?!) Esskultur im Rücken. Da kann man schon mal dieses Drüber hinwegsehen wollen entdecken. Sei’s drum, für mich ist Bordeaux eh jedes Jahr wieder aufs Neue meine Kulturhauptstadt.

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