Udo Lindenberg und das Udoversum

In zwei Monaten habe man das Udoversum auf die Beine gestellt, sagt Frank Bartsch, dunkelblonder Pony über der Brille. Die Ausstellung, die soeben im Hamburger Stilwerk eröffnet hat, nimmt Besucherinnen und Besucher mit auf eine Zeitreise durch das Leben Udo Lindenbergs. Bartsch, Archivar und Kurator, hat dazu Fotos aus verschiedenen Jahrzehnten zusammengetragen. Man sieht den jungen, den ganz jungen und den alten Udo, der am 17. Mai seinen 80. Geburtstag feierte.

 Klein Udo

Zwischen Ost und West

In einer Vitrine hängt die Lederjacke, die Udo 1987 in die damalige DDR geschickt hat. Die deutsche Ost-West-Geschichte ist eines seiner großen Anliegen. Bereits in den 1970ern hat er von einer „Rock´n´Roll-Arena in Jena” gesungen, die er mit seiner „Paniktournee” besuchen möchte.  Es gibt  auch jede Menge schräger Bühnen-Outfits zum Anprobieren.

Udos Hamburg

Ganz am Anfang der Ausstellung zeigt eine Hamburg-Karte an der Wand die Wohn- und Auftrittsorte des Künstlers, der seine Karriere als „Trommelmozart von Kronach” begann.

Kurator Frank Bartsch

Bartsch zeigt auf das Rondeel 29 in Winterhude, wo sich Lindenberg in der „Villa Kunderbunt” eine WG mit Otto Waalkes, Marius Müller-Westernhagen und anderen teilte. Oder das „Onkel Pö”, ein in ganz Deutschland bekanntes Jazzlokal, wo laut Udo eine Rentnerband seit 20 Jahren Dixieland spielte – aber eigentlich alle Jazz-Größen gastierten. Und dann natürlich das Atlantic, wo Udo im dritten Stock residiert,  „für beide eine Win Win Situation”, so Bartsch. Für die Karte hat er sich mit Udo durch dessen Erinnerungen „gehangelt” und „dann waren zur Klärung auch einige Telefonate nötig”, weiß der Kurator.

Der Likörelle-Maler

Auch ganz private Ausstellungsstücke wie ein Kinderbild oder Porträts der Eltern sind zu sehen. Und jede Menge „Likörelles”, Bilder, für die Udo bunte Liköre mit Acrylfarbe mischt. Unter anderem erotische Motive, laut Beschreibung “spielerisch ironische Grenzüberschreitungen”. Aber auch größere Gemälde, die Udo in seinen schlaflosen Nächten gemalt hat.

Radio Udoversum

Man kann sich die Ausstellungsstücke in aller Ruhe anschauen – von Stockwerk zu Stockwerk. Man kann aber auch mit dem eigens produzierten Audio-Guide „Radio UDOVERSUM“ durch die Räume gehen. Der renommierte Synchron-Sprecher Stefan Kaminski hat darauf Udos Lebensgeschichte spannend wie ein Hörspiel eingesprochen.

Udoversum im Stilwerk

Udo Lindenberg nennt das Udoversum eine „Erlebniszentrale für Musik, Malerei, Chaos und Lindiismus. Da hängen nicht einfach nur Bilder an der Wand – da hängen Erinnerungen, Umwege, Abstürze, Aufbrüche und jede Menge Panikpower.“ Und die teilt Udo großzügig mit dem Publikum. „Er ist sehr kontaktfreudig”, erzählt Frank Bartsch, ganz Fan. „Gar nicht abgehoben.”

Der Lebens-Traum

In der Stadt, in der seine Karriere begann, hat der Hamburger Ehrenbürger nun ein ganzes „Udoversum“ geschaffen – als Ergänzung zur Panik City, der interaktiven Multimedia-Ausstellung auf der Reeperbahn: „Songs, Skizzen, Likörelle, Klamotten, Zettel, Träume – alles, was mich so durch die Zeit getragen hat. Der große Traum von Action, im Leben, auf der Bühne, die größten Shows, die grellsten Bilder. Schock’n‘Roll.” Und auch mit 80 hat Udo noch einiges vor, wie er dem NDR verraten hat: Er will in den Club der Hundertjährigen.

Der Bühnen-Udo  

Info. Die Ausstellung „Udoversum“ ist bis zum 4. Oktober in Hamburg im Stilwerk, Große Elbstr. 68, zu sehen. Eintritt 18 Euro für Erwachsene, Kinder zahlen 12 Euro:  www.eventim.de,  www.semmel.de

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