Die Deutschen bleiben in Reiselaune

Same procedure as every year? Man fühlt sich an den Silvester-Dauerbrenner „Dinner for one“ erinnert, wenn es um das Touristikjahr 2026 geht. Nicht nur die Veranstalter, auch der Deutsche Reiseverband ist da voller Optimismus. Und beide werden unterstützt von den ersten Ergebnissen der Reiseanalyse, die Martin Lohmann bei der Eröffnungs-PK der Stuttgarter Reise- und Freizeitmesse (17. bis 25. Januar) vorgestellt hat.

Schwächelnde Wirtschaft

Demnach ist die Urlaubslust mit 59 Prozent wieder einmal groß, auch wenn die allgemeine wirtschaftliche Situation als angespannt wahrgenommen wird. Ebenfalls 59 Prozent der Befragten erwarten eine Verschlechterung. Aber die persönliche wirtschaftliche Situation wird positiver eingeschätzt. 24 Prozent (Vorjahr 22 Prozent) gehen davon aus, dass sich ihre persönliche Lage in einem Jahr verbessert haben wird, eine Verschlechterung befürchten 30 Prozent, 2025 waren es 34 Prozent.

Liebgewonnene Gewohnheit

Und so planen 67 Prozent der Deutschen auch in diesem Jahr eine oder mehrere Urlaubsreisen – selbst wenn die Urlaubspläne noch nicht konkret sind. Keinerlei Reiseabsicht haben gerade mal neun Prozent. Der demographische Wandel wird dabei laut Reiseanalyse „keine große Dramatik“ spielen. Die Skepsis gegenüber KI schwindet. 48 Prozent sehen die Nutzung von künstlicher Intelligenz für Urlaubsreisen positiv, nur 24 Prozent stehen ihr negativ gegenüber. „Das Verreisen ist den Deutschen eine liebgewonnen Gewohnheit“, sagt Tourismusforscher Martin Lohmann. Zwar gäbe es langfristige Herausforderungen und Unsicherheiten wegen aktueller Krisen, die den Tourismus beeinflussen könnten. „Auf der Nachfrageseite sind Zukunftssorgen aber nicht grundsätzlich ein Hindernis für Urlaubsreisen.“

Größere Ausgabenbereitschaft

Urlaubsreisen standen 2025 nach Lebensmitteln und Gesundheit an dritter Stelle bei den Vorlieben der Deutschen. Rechnet man die Kurz- und Wochenendreisen noch dazu, stünden sie im Ranking ganz oben. Für 2026, so das erste Fazit der Reiseanalyse, sind die Vorzeichen in der Tourismusnachfrage insgesamt positiv. Auffallend ist demnach eine wachsende Vorliebe für Luxus und damit einhergehend eine wachsende Ausgabebereitschaft für Reisen.

Erfolg der Frühbucherrabatte

Das bestätigt auch der DRV, der Kreuzfahrten, Fernreisen und Badeziele am östlichen Mittelmeer als Wachstumstreiber ausgemacht hat. Auffallend ist demnach, dass die Buchungen für den Sommer noch früher einsetzten als im Vorjahr. Besonders stark gefragt sind laut DRV die östlichen Mittelmeerländer mit einem Umsatzplus von 22 Prozent im Veranstaltermarkt. Die Türkei führe das Ranking mit rund einem Viertel aller bisher gebuchten Sommerreisen an. Auch Ägypten, Italien, das spanische Festland und Tunesien zählten zu den Gewinnern. Überwiegend positiv ist denn auch die Zwischenbilanz der Veranstalter zum Frühbuchergeschäft, das mit hohen Rabatten lockt und damit vor allem Familien anspricht.

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