Markplatz und Kontaktbörse – Reisemessen haben bei Veranstaltern und Zielländern einen hohen Stellenwert

Die Katastrophe in Südostasien überschattet auch die Reisemessen. Auf der Stuttgarter CMT, die am Samstag, 14. Januar, ihre Tore öffnet, wird die Eröffnungspressekonferenz sich mit den Folgen der Jahrhundertflut beschäftigen und auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) wird es am Donnerstag, 10. März, einen Tag vor der Eröffnung, eine große Konferenz über den Stand der Dinge in der Katastrophenregion geben.
Noch sind alle Touristiker motiviert, sich mit der Zukunft der betroffenen Länder intensiv auseinander zu setzen. „Es kann aber auch sein, dass in zwei Monaten schon wieder alles vergessen ist,” warnte Dr. Martin Buck, der
neue ITB-Direktor, in der touristischen Runde in München vor zuviel Erwartungen. „Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Unser Denken wird von dem bestimmt, was wir in den Medien sehen.” Die Botschaft der ITB-Konferenz solle auf alle Fälle sein: Südostasien ist auf dem besten Weg.
Auf dem besten Weg ist auch die ITB als weltgrößter Marktplatz der Branche. Aussteller aus 180 Ländern haben sich ansagt, Partnerland ist Deutschland. Die asiatischen Ziele werden eine zusätzliche Halle belegen. Buck: „Wir
gehen davon aus, dass die Länder touristisch möglichst schnell zur Tagesordnung übergehen.” Er ist überzeugt, dass der Trend zur Langstrecke und nach Asien trotz der grauenhaften Bilder der letzten Wochen anhält,
weil „die Sehnsucht nach fernen Ländern wächst und weil dort viel Leistung fürs Geld zu erwarten ist”.
Mit der „Business Travel Lounge” für den Geschäftsreisemarkt hat man sich
in Berlin etwas Neues einfallen lassen. Denn Messen müssten kreativ sein
schon aufgrund der Wettbewerbssituation. Das bestätigt auch Monika Dech,
als Geschäftsbereichsleiterin der Messe München verantwortlich für die CBR
(Caravan, Boot, Reisemarkt). Sie sieht es als besondere Herausforderung,
„die Münchner auf die Messe zu bringen” und plädiert für Erlebniswelten und
Themenbereiche. Die Tatsache, dass laut einer neuen Umfrage Messen immer
noch das Marketing-Instrument Nummer 1 seien, will Dech möglichst vielen
Ausstellern nahe bringen. Schließlich gäbe es durchaus noch Länder, die sie
gerne auf der Messe hätte. Dech: „Wir haben unsere Jagdliste.” Vielen
Destinationen sei allerdings der Unterschied zwischen den regionalen Messen
und der ITB nur schwer klar zu machen.
Italien weiß um die Unterschiede und nützt sie. Enit-Chef Italo Somariello
sieht die Reisemessen als ideale Plattform. Die ITB biete die einmalige
Chance, die wichtigsten Touristiker und Medien zu treffen. Publikumsmessen
wie die CMT und die CBR dagegen lebten davon, dass sie durch persönliche
Kontakte die Vorfreude auf den Urlaub weckten. Als Partnerland der
diesjährigen CBR werde sich Italien attraktiv in Szene setzen, verspricht
Somariello.
Auch die Rewe-Bausteintöchter nutzen die Nähe zum Publikum auf der CMT und
der CBR. Kevin Keogh, Bereichsleiter Dertour, Meier’s Weltreisen und ADAC
Reisen, lobt die Aufklärungsarbeit auf den regionalen Messen. Der Austausch
mit dem Publikum „ist ein bisschen Marktforschung und Trenderkennung und
auch ein bisschen Umsatz”. Die Mitarbeiter am Stand verkauften Reisen mit
Messerabatt, damit finanziere der Auftritt sich selbst. In Berlin sind
solche Reiseverkäufe nicht zulässig ­ mit Rücksicht auf die
Befindlichenkeiten innerhalb der Vertriebswege, wie Buck erklärt. „Die
örtlichen Reisebüros könnten das als Kannibalisierung empfinden.” Die ITB
bemühe sich statt dessen, Abbild der ganzen Branche zu sein.
Für die TUI, Europas Marktführer, ist die Berliner Messe denn auch
Pflichtprogramm. Elfi Henze, Leiterin Events + Veranstaltungen TUI AG,
spricht von den vier K’s: Kontakte, Kommunikation, Kooperation und
Kontrakte, die für den Reiseriesen auf dem „wichtigsten internationalen
Treffpunkt” entscheidend seien. Mit dem 3500 Quadratmeter großen Stand
unterstreiche die TUI ihre Markt- und Qualitätsführerschaft. Den
spektakulären Auftritt lässt sich der Reiseriese 1,5 Millionen Euro kosten
und das obwohl wir „sicher nicht eine einzige Buchung auf der ITB
generieren”. Doch der Stand sei nicht nur Kommunikations- und
Geschäftsbasis, sondern auch ein Forum für den gemeinsamen Auftritt der
TUI-partner.
Auf diesen gemeinsamen Auftritt verzichten die Rewe-Töchter seit zwei
Jahren. Kevin Keogh: Jede einzelne Marke würde für sich rund 80
Quadratmeter Fläche beanspruchen. Von der Kosten-Nutzungs-Analyse sei das
„nicht darstellbar”. Dennoch, „die Pflege der Bezehungen ist ein starkes
Thema auf der ITB”. Die Mitarbeiter schlössen Verträge an den Ständen der
Leistungsträger, es gäbe Büroräume für Vertragsverhandlungen, kleine
Präsentationen und einen Partnerabend.

Die CMT in Stuttgart findet 15. bis 23. Januar statt: www.wegwillmusshin.de
Die CBR öffnet vom 19. bis 22. Februar ihre Tore: www.c-b-r.de
Die ITB wird zum letzten Mal von Freitag bis Dienstag öffnen (11. bis 15.
März), ab 2006 beginnt sie an einem Mittwoch und endet am darauffolgenden
Sonntag; www.itb-berlin.com

Ein Kommentare
  • Hundefreund
    August 8, 2013

    Guten Tag, ich besuchte ihre Seite und fand die sehr interessant und ideenreich. Ich werde daher auf meiner Seite im Netz http://Hundkontakte.de Ideen geistig aufgreifen wollen um die bestehende Seite „Kontaktplattform für Menschen mit Hund“ besser zu gestalten. Sollten Einwände bestehen bitte ich schon jetzt Kontakt aufzunehmen. Unter aufnehmen von Ideen verstehe ich nicht die Verletzung von Urheberrechten. Danke. Mit freundlichen Grüßen

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.