Land ohne Hoffnung

Hasnain Kazim kehrt als Korrespondent in sein Vaterland zurück, ist beglückt über dessen Schönheit und die Gastfreundschaft der kleinen Leute und wundert sich über das Versagen der Politik. Wer mehr wissen will über Pakistan, das Land, das die Atombombe hat und aus dem immer mehr Fundamentalisten kommen, sollte dieses Buch lesen. Denn man spürt deutlich, wie es unter dem Alltagsleben, das Kazim beschreibt, brodelt.

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Henning Mankells Treibsand: Was bleibt

Ein Mensch blickt zurück auf sein Leben. Dieser Mensch ist Henning Mankell, der Anfang dieses Jahres von seiner Krebserkrankung erfahren hat. Und Mankell ist zu sehr Menschenfreund, um nur über sich selbst zu schreiben, über die eigenen Erinnerungen. In seinem neuen Buch „Treibsand“ werden diese Erinnerungen zu einem Anker, an dem er seine Betrachtungen über die Geschichte der Menschheit und die Welt in der wir leben festmacht. Seine Sorge gilt dem, was wir den nächsten Generationen hinterlassen, wenn Rembrandts Gemälde womöglich ebenso vergangen sein werden wie all die Errungenschaften unserer Zivilisation: „Was wird am Ende bleiben? Eine Zeit ohne Erinnerungen? — Jabem wor mpcj doe Ueot. ims ui besommem? Oder ist der Atomabfall ein weiterer Schritt auf deinem Weg, der immer steiler abwärts führt?“

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Topdog und Underdog

Der Mensch als Marionette, das Thema ist altbekannt in der Literatur. Doch wie es der Japaner Fuminori Nakamura in seinem großartigen Roman „Der Dieb“ inszeniert, lässt selbst abgebrühten Krimilesern den Atem stocken. Hier geht es nicht um Gut und Böse, viel eher um Macht und Ohnmacht und darum, inwieweit der Mensch Herr über sein Schicksal ist. Womöglich sind wir ja alle nur Spielfiguren auf einem großen Schachbrett.

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Glückliches Leben mit vielen Leichen im Keller

Ingrid Noll, Deutschlands Krimi-Lady Nummer 1, wurde 80 Jahre alt und lässt immer noch morden. So auch in ihrem neuesten Krimi „Der Mittagstisch“, bei dem das, was die Köchin Nelly angerichtet hat, nicht allen Gästen gleich gut bekommt. Der Autorin aber scheinen ihre Krimis gut zu bekommen, sie ist rüstig und produktiv. Und ihre Zukunftsaussichten sind gut: Die Großmutter wurde 105, die Mutter 106. Da hat die Jubilarin noch ein paar produktive Jahre vor sich.

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Bildmächtiges Plädoyer für die Wüsten dieser Welt

Michael Martins schwergewichtiges Großprojekt „Planet Wüste“ ist auch ein Weckruf, die letzten unberührten Landschaften unserer Erde zu erhalten.

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Erzählen gegen das Vergessen

„Das Gedächtnis ist eine Stadt mit Gassen und Friedhöfen, mit Wirtshäusern und Gefängnissen – mit allem“, Rafik Schami weiß, wovon er spricht. In seinem Gedächtnis hat der Deutsch-Syrer alle Erinnerungen an seine Heimat Syrien, an das christliche Viertel seiner Kindheit in Damaskus gespeichert. Erzählend schreibt er gegen das Vergessen an. Erzählend will er auch den Syrern Mut machen, die aus ihrem verheerten Land fliehen. Ein Abend mit Rafik Schami ist so märchenhaft wie eindrucksvoll.

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Scheinwelten

Die Welt als Wille und Vorstellung, darüber hat sich schon der große Arthur Schopenhauer den Kopf zerbrochen. Da konnte er noch nicht ahnen, wie diese Welt gut 150 Jahre nach seinem Tod aussehen wird. Und dass es tatsächlich einmal möglich sein könnte, das, was wir Realität nennen, durch virtuelle Eingriffe zu verändern. Jedem seine eigene Realität. Nur, was ist dann wirklich wahr? Liest man Ursula Poznanskis neues Buch „Layers“ kommt man ins Grübeln. Wie manipulierbar sind wir?

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Eine Frau auf der Suche nach ihren Wurzeln

Deutschland wird bunter – auch durch die Flüchtlinge. Doch wie reagieren wir auf Menschen, die anders aussehen? Lassen wir sie spüren, dass sie nicht so sind wie wir, auch wenn sie vollständig integriert sind. Menschen mit Migrationshintergrund beklagen sich immer wieder über intime Fragen nach ihrer „echten Herkunft“. Auch Tinga Horny hatte damit zu kämpfen. Sie wuchs zwar in Bayern bei Adoptiveltern auf, aber ihre „echten“ Eltern waren Chinesen. In dem Buch „Die verschenkte Tochter“ schreibt die Journalistin, warum sie sich auf die Suche nach diesen Eltern machte und wie ausgegrenzt sie sich immer wieder fühlen musste.

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Im Zukunftsland

Wie könnte die Welt in 50 Jahren aussehen? Haben die Flüchtlingsströme Europa überrollt, haben Roboter alle Arbeit übernommen und die Menschen überflüssig gemacht? Wie sieht es mit dem Klimawandel aus, wie mit der Datensicherheit. Martin Walker, eigentlich bekannt als Krimiautor, gehört einem Think Tank an, der sich mit der Zukunft beschäftigt, in seinem „Zukunfthirller“ Germany 2064 beschäftigt er sich mit einem gespaltenen Deutschland. Diesmal trennt keine Mauer Ost und West, es geht vielmehr darum, dass manche Menschen sich der hochtechnologisierten Neuzeit verweigern und als „Freiländer“ in der Natur leben wollen. Walker hat sein Wissen gebündelt und das meiste davon in dieser Faction, einer Mischung aus Sachbuch und Fiction, untergebracht. Ein echter Roman ist es nicht, aber Denkanstöße gibt das Buch schon.

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Da waren es nur noch zwei

Fünf arrivierte ältere Herren, Freunde seit Schulzeiten, trauen sich was: Sie ziehen zusammen in eine Altherren-WG. Die Villa am See soll keine Greisenkommune sein, die fünf wollen so weiterleben wie bisher und am Ende selbstbestimmt sterben. Doch das Leben lässt sich nicht so einfach programmieren. Christoph Poschenrieder spricht mit seinem Roman „Mauersegler“ eines der wichtigsten Themen unserer Zeit an – respektlos und doch voller Empathie.

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