Lektion in Geschichte: Mario Vargas Llosas „Der Traum des Kelten“

Dass ausgerechnet der Peruaner Mario Vargas Llosa einem irischenNationalhelden einen historischen Roman widmet, mag auf den ersten Blick erstaunen. Wer aber genau hinhört in diesem Hörbuch „Der Traum des Kelten“, erkennt schnell, dass Vargas Llosa hier etwas Allgemeingültiges geschaffen hat, das man gemeinhin als Weltliteratur bezeichnet.  Wuchtig sind die Themen, um die es geht: Humanität, Kolonialismus, Nationalismus, Katholizismus, Homosexualität und Prüderie. Und der „Kelte“, wie der Menschenfreund, Nationalist und Aufrührer Roger Casement auch genannt wurde, war ja auch in Peru und hat dort wie früher schon im Kongo die Greuel der kolonialistischen Ausbeuter aufgedeckt und angeprangert. In der Todeszelle des Pentonville Prison erinnert sich Roger Casement an diese Jahre, die ihm den Adelstitel einbrachten und an seine Bestrebungen, Irland in seinem Unabhängigkeitskampf zu unterstützen, die ihm das Todesurteil bescherten – auch weil seine geheimen Tagebücher homosexuelle Neigungen offenbarten, die noch zu Anfang des 19. Jahrhunderts als untragbar galten. Sprecher Burghard Klausner wird zur Stimme des Verurteilten, der zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwankt und auf ein Leben zurückblickt, in dem er Großes erreicht hat und grandios gescheitert ist.
Info: Mario Vargas Llosa, Der Traum des Kelten, gesprochen von Burghard Klausner, Der Hörverlag, 8 CD, 29,99 Euro

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