Erstickende Nestwärme

Jüdische Parallelwelten unter dem Mikroskop: Eve Harris wunderbarer Roman „Die Hochzeit der Chani Kaufmann“ ermöglicht Einblicke in die befremdliche Welt orthodoxer Juden in London. Die (jüdische) Autorin hat selbst einmal in einer orthodoxen Mädchenschule unterrichtet. Ihre Erfahrungen mit der jüdischen Gemeinde sind inden Roman mit eingeflossen, in dem Harris mit spitzer Feder ihre Charaktere zeichnet – aber immer auch mit viel Sympathie.

weiterlesen

Topdog und Underdog

Der Mensch als Marionette, das Thema ist altbekannt in der Literatur. Doch wie es der Japaner Fuminori Nakamura in seinem großartigen Roman „Der Dieb“ inszeniert, lässt selbst abgebrühten Krimilesern den Atem stocken. Hier geht es nicht um Gut und Böse, viel eher um Macht und Ohnmacht und darum, inwieweit der Mensch Herr über sein Schicksal ist. Womöglich sind wir ja alle nur Spielfiguren auf einem großen Schachbrett.

weiterlesen

Da waren es nur noch zwei

Fünf arrivierte ältere Herren, Freunde seit Schulzeiten, trauen sich was: Sie ziehen zusammen in eine Altherren-WG. Die Villa am See soll keine Greisenkommune sein, die fünf wollen so weiterleben wie bisher und am Ende selbstbestimmt sterben. Doch das Leben lässt sich nicht so einfach programmieren. Christoph Poschenrieder spricht mit seinem Roman „Mauersegler“ eines der wichtigsten Themen unserer Zeit an – respektlos und doch voller Empathie.

weiterlesen

Zum Leben bekehrt

Eine Familienrichterin am High Court, erfolgreich, angesehen muss erkennen, dass sie ihr Leben nicht mehr im Griff hat. Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als ihr Mann ihr eröffnet, dass er mit ihrem Segen eine Affäre eingehen will, soll sie über Leben und Tod entscheiden. Der neue meisterhafte Roman von Ian McEwan konfrontiert die Leser mit existentiellen Fragen.

weiterlesen