Die Welt ist derzeit nicht gerade arm an Kriegen und Krisen. Doch die Reisewelt scheint trotz aller Katastrophen-Meldungen heil zu sein. Diesen Schluss legen die ersten Ergebnisse der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) nahe, die Projektleiter Ulf Sonntag traditionell vor der Internationalen Tourismusbörse in Berlin präsentiert hat.
Rekorde im Reisejahr 2025
Und da scheint es derzeit nur in eine Richtung zu gehen – aufwärts. 2025 haben demnach mit 57 Millionen so viele Deutsche wie nie zuvor mindestens eine Urlaubsreise gemacht. Auch bei den Reiseausgaben war 2025 mit knapp 92 Milliarden Euro – 1,6 Milliarden mehr als 2024 – ein Rekordjahr. Und, wie es aussieht, geht es auch in diesem Jahr weiter nach oben. Dabei könnte der Künstlichen Intelligenz bei der Urlaubsplanung eine wachsende Rolle zukommen.
Bayern hinter Schleswig-Holstein
Bei den Reisezielen im Inland hat sich 2025 Schleswig-Holstein vor Bayern geschoben, auf Platz 3 findet sich Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg kam hinter Niedersachsen noch unter die Top5. Anders sieht es aus, wenn man die Kurzreisen mit berücksichtigt. Dann liegt Bayern an erster Stelle vor Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Bei den Auslandszielen behauptete Spanien unangefochten den 1. Platz vor der Türkei und Italien, Platz 4 und 5 belegten Griechenland und Österreich. Mit 44 Prozent behauptet das Mittelmeer seine dominierende Stellung. An diesem Ranking wird sich wohl auch in diesem Jahr wenig ändern ebenso wenig wie am Anteil der Fernreisen, der sich bei neun Prozent eingependelt hat.
Positive Aussichten
Was die allgemeine wirtschaftliche Lage angeht, erwarten nur noch 40 Prozent eine Verschlechterung, 45 Prozent rechnen mit Stabilität. Noch positiver beurteilen die Deutschen ihre persönliche Situation: Nur 24 Prozent befürchten eine Verschlechterung, 58 Prozent erwarten keine Veränderung und 18 Prozent gar eine Verbesserung. Damit rechnen 76 Prozent mit stabilen Aussichten. Und 76 Prozent planen denn auch, 2026 sicher zu verreisen. Bei 43 Prozent steht das Ziel schon fest, bei 33 Prozent ist noch alles offen. Gerade mal zehn Prozent planen überhaupt keine Urlaubsreise.
Abstand zum Alltag
Für die meisten Deutschen aber gehört nach den Erkenntnissen der Reiseanalyse zumindest eine lange Urlaubsreise im Jahr zum Leben dazu. Sonne und Wärme, Abstand zum Alltag, frische Kraft tanken sind die wichtigsten Reisemotive. Immer mehr wollen sich selbst etwas Gutes gönnen, sich verwöhnen und unterhalten lassen, etwas für die Schönheit tun oder einfach unterwegs sein. Alles positive Voraussetzungen für ein gutes Tourismusjahr 2026, ist Ulf Sonntag überzeugt. Deutlich wird der Projektleiter beim Thema Coolcation, das immer wieder hochgeschrieben werde. Dieser angebliche Effekt sei laut der Studie „gleich Null“. Anders das Thema Nachhaltigkeit, das laut Sonntag „da ist“.
KI für die Urlaubsplanung
Auch die Rolle der Künstlichen Intelligenz war Thema der Reiseanalyse. Demnach wird die KI auch bei Urlaubsreisen immer wichtiger. Allerdings werde sie „vermutlich nicht beeinflussen, ob, wohin und wie wir reisen, aber sicher, wie wir unsere Urlaube planen“, so Ulf Sonntag. Immerhin wurden schon 2025 bei 20 Prozent aller Urlaubsreisen KI-Anwendungen für Information & Buchung genutzt. Für 2026 und die Folgejahre sei deshalb ein starkes Wachstum absehbar. Der Reisebranche steht da wohl eine rasante Entwicklung bevor.
Quelle: „Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (e.V.), Kiel: Reiseanalyse 2026“.








lilo
Anja Keul
lilo
Grazyna Kotlubei
lilo