Bergliebe: 150 Jahre Deutscher Alpenverein

Als am 8. Mai 1869 fünf Männer in einem Münchner Gasthaus den Deutschen Alpenverein gründeten, waren die Alpen noch nicht erschlossen. Und die fünf Vereinspioniere setzten etwas „Epochales“ in Bewegung, so DAV-Präsident Josef Klenner bei der Jubiläumspressekonferenz im Alpinen Museum, die mit einem Rückblick auf die Geschichte des Alpenvereins begann.

Am Anfang waren die Männer (fast) unter sich

Denn die Sektion München wurde zur Keimzelle des Deutschen Alpenvereins. Drei Wochen später kam Leipzig als zweite Sektion dazu, und bald breitete sich das Alpenvereinsfieber über ganz Deutschland aus. Es waren vorwiegend Männer, die sich damals in dem Verein organisierten. Gerade mal zwei Prozent Frauen waren als Mitglieder registriert. Auch stand das Bergsteigen nicht im Vordergrund, es ging darum, die Kenntnisse über die Alpen zu erweitern und eine „Bereisung“ zu ermöglichen.

Damals gingen die Damen noch mit Rücken in die Berge. Bild (c) Deutscher Alpenverein

Der Rückblick auf 150 Jahre Alpenvereinsgeschichte und Bergbegeisterung wird allerdings getrübt durch ein dunkles Kapitel: Schon Ende des 19. Jahrhunderts gab es deutschnationale Tendenzen im noch jungen Verein.

 Arier-Paragraphen gegen  jüdische Mitglieder

Die Ausgrenzung der Juden setzte sich nach dem Ersten Weltkrieg fort. 1924 schon wurde die hauptsächlich von jüdischen Bergsteigern organisierte Sektion Donauland ausgeschlossen. Der Verein gab sich Arier-Paragraphen, und als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, hatte der Alpenverein schon keine jüdischen Mitglieder mehr.

Licht und Dunkel  gab es auch in der Alpenvereinsgeschichte.    Bild(c) Deutscher Alpenverein

Diese Geschichte sieht der DAV-Präsident als Mahnung für den heutigen Verein, sich für Toleranz und Offenheit einzusetzen. „Wir haben aus unserer Geschichte gelernt,“ betont Klenner immer wieder. Mit 1,3 Millionen Mitgliedern sei der Alpenverein heute „in allen Bevölkerungsschichten zu Hause und offen für alle.“

Mehr Schutz für die Natur

Der DAV übernehme Verantwortung in der Gesellschaft und stehe für seine Werte ein wie den Schutz und die Bewahrung der Natur – und das zunehmend mit Erfolg wie das Beispiel Riedberger Horn im Allgäu zeige. Hier haben die Proteste dazu geführt, dass der geplante Skizirkus nicht gebaut wird. Ja, der bayerische Ministerpräsident Söder habe sogar versprochen, dafür zu sorgen, dass der Alpenplan „nie mehr angerührt wird“.

Sehnsucht Berge. Bild (c) Deutscher Alpenverein

Zum Geburtstag hat sich der Alpenverein das Jubiläumsbuch „150 Bergspitzen“ geschenkt, in dem 150 Prominente ihre Sicht der Berge kundtun: Von Mama Bavaria Luise Kinseher, die in Bayern echte Gipfelstürmerinnen vermisst, über den Isar-Indianer Willy Michl, der vom Traumwandern im Wetterstein schwärmt, bis zum Sternekoch Hans Haas, der einen Kalbskopf in Ciabatta gebraten als Bergsteigeressen kreiert hat.  Auch der bayerische Ministerpräsident reiht sich ein in die Gratulanten, und die Präsidenten der Israelitischen Kulturgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, lobt dem heutigen Alpenverein als „gemeinsames Forum für alle, denen die Alpen am Herzen liegen“. Bei einer Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Die Alpen – Der gefährdete Traum“ soll Selbstreflexion betrieben und der Blick auf den Zustand der Berge gerichtet werden. Nicht zuletzt beschäftigt sich die sorgfältig zusammengestellte Jubiläumsausstellung im Alpinen Museum mit 150 Jahren Vereinsgeschichte.

Bergschuhe einst und jetzt sind im Alpinen Museum zu sehen. Bild (c) Deutscher Alpenverein

Und dann gibt es auch noch einen Jubiläumssong unter dem Titel „Oben sein“:

Infos im Internet: www.alpenverein.de/Der-DAV/Jubilaeum-150/

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