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Wo Goethe gerne abtauchte

Wiesbaden bietet mehr als Heil-Wasser"Ganz gegen meine Gewohnheit stehe ich in Wiesbaden rechtzeitig auf. Ich möchte der erste im Bade sein," notierte der Dichterfürst in sein Tagebuch.Der 65-jährige Goethe kam 1814/15 nach Wiesbaden, um im Thermalwasser zu baden. Sein Diener Stadelmann begleitete ihn und kaufte auch ein. Damals mussten sich die Kurgäste selbst versorgen. Doch der geheime Rat scheint sich trotzdem in Wiesbaden wohl gefühlt zu haben. In einem Haus in der Langgasse schrieb er nachts an einem offenem Fenster bei Kerzenschein am West-Östlichen Diwan.

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Vancouver ist multikulti

Kanadas lebenswerteste Stadt hat internationales FlairKapitän George Vancouver würde staunen, wenn er die Stadt heute sehen würde. Wo 1792 pure Natur überwältigte, breitet sich heute eine der schönsten Städte der Welt aus. Zwischen schneegekrönten Gipfeln und aquamarinblauem Meer recken sich Stahl- und Glaskolosse in die Höhe, machen sich weitläufige Vororte breit. Selbst der amerikanische Ex-Präsident Bill Clinton war beeindruckt. Nach dem Gipfel 1993 in Vancouver bescheinigte er der Stadt: "Die Schönheit von Vancouver hat unsere Arbeit hier inspiriert."Kein Wunder, dass die Menschen in Scharen hierher kommen ­ und bleiben. Vor allem aus Asien. Ein Fünftel der rund zwei Millionen Einwohner sind Chinesen und sie beschränken sich längst nicht nur auf die quirlige Chinatown mit den exotischen Märkten und dem chinesischen Garten. In Vancouver wird multikulti vorgelebt, in den Cafés wie in den Läden, im Kunstbetrieb wie in der Disco. Die internationale Gemeinschaft, die in dieser außergewöhnlichen Stadt ihre Heimat gefunden hat, hat das soziale und kulturelle Leben geformt. Auch das macht Vancouver so liebenswert.

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Hiddensee und Gerhart Hauptmann

Gerhart Hauptmann würde sich wundern, wenn er heute auf seine Lieblingsinsel käme. 3000 Tagesgäste überschwemmen das kleine Eiland und die 4000 Gästebetten sind sommers so gut wie ausgebucht. Hiddensee, das "liebenswerte Ländchen", ist längst kein Geheimtipp mehr ­ obwohl Hauptmann es gerne so bewahrt hätte. "Stille, stille, dass es ja kein Weltbad werde," empfahl der Literaturnobelpreisträger seinen Freunden, die zahlreich auf die Insel strömten, um dem "König von Hiddensee" zu huldigen.Nicht alle erwiesen sich so undankbar wie Thomas Mann, der sich neben Hauptmann als Gast zweiter Klasse fühlte. Im "Zauberberg", den er auf Hiddensee vollendete, karikierte er den Autoren-Kollegen in der Person des alkoholabhängigen Mjinher Peeperkorn. "Ich habe ihm mein Herz geöffnet und mein schönes Hiddensee, und er hat es mir übel gelohnt," klagte Hauptmann. Sein schönes Hiddensee hat ihm auch die Mann-Episode nicht vergällt. Auf dem Inselfriedhof hat der Autor von sozialkritischen Stücken wie zum Beispiel "Vor Sonnenaufgang", "Die Weber" oder "Der Biberpelz" seine letzte Ruhestätte gefunden.Beigesetzt wurde er 1946 in einer Mönchskutte, mit einem Säckchen schlesischer Erde, dem neuen Testament und seinem letzten Manuskript, ganz wie er es sich gewünscht hatte. Nur bei der Zeit wichen die Hiddenseer vom Dichter-Wunsch ab. Sie begruben ihn nicht vor sondern bei Sonnenaufgang. Und damit, so heißt es, begruben sie auch die Konflikte, die sie mit dem "König von Hiddensee" und seiner etwas eigenwilligen Lebensweise hatten.

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Wiener Kostbarkeiten

Die Albertina lockt mit neuem PrunkSie ist eines der wichtigsten Museen der Welt und ­ nach der langjährigen Renovierung ­ auch eines der schönsten. Zehn Jahre mussten die Wiener warten, ehe sie das Kunstpalais, ehemals Wohnsitz des Albert von Sachsen-Teschen und seiner Frau Marie Christine, Lieblingstochter der Kaiserin, wieder in Besitz nehmen konnten. Es hat sich gelohnt. Der lang gezogene klassizistische Bau erstrahlt im Äußeren wie im Inneren in neuem Glanz, adäquat zu den Kostbarkeiten, die er birgt. Mit rund einer Million druckgrafischer Werke und etwa 65 000 Zeichnungen verfügt die Albertina über eine der größten Kunstsammlungen der Welt.

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