Alles Gold, was glänzt

Hätten Sie’s gewusst: Gold altert nicht. Ganz anders als Silber, das schnell anläuft oder Kupfer, das sich mit graugrüner Patina überzieht. In Myanmar kaufen die gläubigen Buddhisten Goldplättchen, mit denen sie Buddhafiguren bekleben. Manchmal ist der Goldpanzer so dick, dass man die Figur darunter gar nicht mehr erkennt.

Hauchdünnes Blattgold

Sowas wird uns beim Schnupperkurs Vergolden in der Rahmenwerkstatt Pfefferle nicht passieren. Denn Gold ist immer noch zu wertvoll. Oder doch nicht? Drei Euro kostet ein hauchdünnes Blättchen Gold. Es ist so leicht, dass es beim geringsten Hauch wegfliegt. Deshalb hat Michael Pfefferle für uns das unproblematischere Transfergold besorgt, das zwar etwas teurer ist aber besser haftet. Ein Zehntausendstel Millimeter dünn ist das Goldblättchen. Goldschläger, sagt Michael Pfefferle, könnten ein Fünf-Mark großes Goldstück so ausschlagen, dass man damit ein ganzes Pferd vergolden könnte. Für uns gibt’s allerdings kein Pferd, sondern ein paar Sterne.

Geheime Rezepte aus der Hexenküche

Michael Pfefferle zeigt uns das Vergoldungswerkzeug: Brett, Anschießpinsel, Vergoldermesser und den Achat zum Polieren. Seine Frau Anne hat derweil alles auf den Tisch gestellt, was man braucht, damit das dünne Gold auf der Oberfläche haftet: einen Milchtopf mit Leim, auch Hasenleim genannt. Dazu Steinkreide und Haferl mit Polymenten (Tonerden).  Die Rezeptur für den Golduntergrund ist geheim.  Die Produkte aus der Hexenküche lagern ganz profan im Kühlschrank, damit sie nicht schimmeln.

Vergolden sieht kinderleicht aus…

Für uns wäre es  zu langwierig und zu kompliziert, mit den Naturprodukten zu arbeiten. Deshalb sind unsere Sternchen mit einer eher banalen Haftschicht auf Acrylbasis vorbehandelt.  Darauf können wir nun die dünne Goldfolie auftragen und andrücken. Das sieht kinderleicht aus. Doch trotz größter Sorgfalt und doppelter Goldschicht zeigt mein Stern merkwürdige Strichspuren.  Das habe ich wohl bei der Grundierung geschlampt.  „Sieht aus wie Craquelé,“ tröstet mich meine Nachbarin. Naja, für den ersten Versuch ist es doch schon ganz gut. Schließlich müssen richtige Vergolder drei Jahre lang lernen, ehe sie Wetterhähne, Rahmen oder gar den Friedensengel vergolden dürfen…
Info:  Wir waren mit der Bayern Marketing GmbH zum Schnupperkurs Vergolden in der Rahmenwerkstatt Karl Pfefferle,  Gewürzmühlstraße 5, 80538 München, Tel. 089 295292,  E-Mail:  pfefferle@rwpf.de , www.rahmenwerkstattpfefferle.de
Mehr interessante Ideen finden sich  unter www.bayern.by/traditionell-anders 
  

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